Trübe und kalt ist der deutsche Winter oft. Trocken und leblos erscheinen unsere Reben, wenn wir sie im Winter schneiden. Doch mit den ersten warmen Tagen im April, sprießt um uns herum das junge Leben aus scheinbar tristem, totem Holz.

Damit auch Sie das wunderbare Gefühl unseres Frühlings in den Weinbergen miterleben können, liegt allen Bestellungen bis zum Frühjahr ein Rebhölzchen bei. In einem schönen “Wohnzimmerexperiment” können Sie beobachten, wie das Leben langsam wieder zurückkehrt und der Frühling bei Ihnen schon etwas früher Einzug hält.

Versuchsanleitung:

  • Schneiden Sie Ihr  Rebhölzchen am unteren Ende noch einmal an (das Ende mit dem  schrägen Anschnitt) und stellen Sie es in ein kleines Glas mit Wasser auf ein Fensterbrett, idealerweise über eine Heizung.
  • Das Rebchen sollte ca. 5 cm im Wasser stehen. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage.
  • Sie erkennen wo oben und unten ist an der Richtung der Augen (Knospen). Wenn die Ansätze der Augen nach oben zeigen, haben Sie das Rebchen richtig herum im Glas stehen.
  • Üben Sie sich in Geduld. Manchmal dauert es bis zu einige Wochen, bis die Augen (so heißen die Knospen einer Weinrebe) größer werden und sich langsam die anfangs noch wollweißen Blättchen zeigen, die aber immer grüner werden. Mit etwas Glück können Sie auch schon kleine Ansätze von Trauben erkennen.
  • Noch ein paar weitere Tage und Sie können das junge Grün der Rebe beobachten – und wahrlich den Frühling begrüßen!
  • Wenn Sie das Rebchen weiterpflegen möchten, können Sie zunächst 2 Esslöffel Sand und Erde in das Glas geben und das Wasser darüber weiterhin regelmäßig wechseln.
  • Wenn Wurzelansätze zu erkennen sind, ist es Zeit, das Rebchen in einen Topf zu pflanzen.
  • Wenn Ihr Rebchen bis dahin weiterhin so schön gedeiht, können Sie ab Mai den Versuch wagen und es nach draußen pflanzen.
    Wichtig wäre, dass an dem neuen Ort keine Frostgefahr mehr besteht. Oder Sie halten es erst einmal auf der Terrasse in der Nähe der Hauswand. Wir drücken die Daumen für Sie und Ihr Rebchen!

Wir wünschen Ihnen Glück und etwas Geduld (ein paar Wochen), dass der Frühling unserer Weinberge auch bald zu Ihnen kommt!


Nachdem wir im letzten November ein wunderschönes Tasting mit pflanzenbasierten Käsen und unseren Weinen mit der wunderbaren Jane TichyWullems von Jane’s Kitchen hatten, gibt es im Februar eine Neuauflage:

Mittwoch, 19. Februar 2020 von 19:00 bis 21:00

DER KLEINE MANN MIT DEM BLITZ

Kleine Rittergasse 11, 60594 Frankfurt am Main

Tickets: www.janeskitchen.de

 

Ein paar letzte Plätze gibt es noch. Wir freuen uns auf alle, die mit uns in unbeschwerter Atmosphäre probieren und genießen möchten!

 


 

Es fühlt sich schon fast nach Frühling an. Und das, obwohl wir nach dem Kalender mitten im Winter stecken müssten. Auch wenn der Winter vielleicht noch einmal kommt, ist jetzt die richtige Zeit, einige Dinge draußen auf das neue Jahr vorzubereiten!

Wie man sein Haus mit Meise und Spatz teilen kann

Der milde Spätwinter ist die ideale Zeit, bestehende Nistkästen der Vögel zu reinigen und bestenfalls noch neue nach draußen zu bringen. Mancher fragt sich wahrscheinlich zu Recht, warum unsere Vögel überhaupt Nistkästen brauchen. Die können doch selbst etwas bauen. Ja, Amseln oder Finken z.B. bauen sich selbst Nester. Die sind meist napfförmig, finden sich in Büschen und werden aus Zweigen, Moos und Haaren fein säuberlich “verwebt” . Viele unserer heimischen Vögel sind dagegen “Höhlen-” oder “Halbhöhlenbrüter”. Dazu gehören viele Meisenarten, Kleiber, Star, Spatz, Hausrotschwanz oder Gartenrotschwanz. Sie nisten in alten Baumhöhlen oder eben in Lücken und Ritzen an Gebäuden. Gerade diese Arten leben nämlich auch oft in der Nähe des Menschen. Nun haben wir in unserer heutigen Zeit oftmals kein Verständnis mehr für alte, manchmal halbmorsche Bäume, in denen Höhlen und Löcher Lebensraum schenken. Auch sind unsere heutigen Häuser nicht mehr verwinkelt, aus einzelnen Steinen gebaut (wo auch mal einer beschädigt sein kann), oder mit Ritzen unter dem Dach versehen. Häuser, die neu gebaut sind, sollen möglichst keine Schlupflöcher bieten und hermetisch gegen die Außenwelt abgeschirmt sein. Doch damit nehmen wir gerade den Tieren den Lebensraum, die uns in unseren menschlichen Kulturen so viele Jahrhunderte gefolgt sind. Nun muss das aber kein Ende des gemeinsamen Lebensraums von Mensch und Vogel sein!

Fehlende Nistplätze sind neben dem Insektensterben ein Grund für den Rückgang der Vögel

Mit Nistkästen aller Art können wir den gefiederten Freunden in unserer Umgebung das Leben schön machen. Denn das Fehlen von Nistmöglichkeiten gehört neben dem Insektensterben zu einem Hauptgrund, warum unsere heimischen Vögel gefährdet sind. Mit den richtigen Nistmöglichkeiten und bestenfalls ganzjähriger Fütterung kann man sehr schnell den Vogelarten in seiner Umgebung helfen und kommt selbst zudem noch in den Genuss eines beeindruckenden Naturerlebnisses: Vögel beim geschäftigen Treiben und der ersten Flugversuche beobachten zu können.

Bei der Frühlingsreinigung findet man weich gepolsterte Betten.

Hundehaare werden sehr gerne in kuschelige Nester verwoben.

Manchmal weckt man bei Aufräumarbeiten Insekten, wie hier Marienkäfer. Daher sollte man erst bei milden Temperaturen kurz vor Frühlingsbeginn aufräumen.

Spatzen leben gerne in Gesellschaft. Deshalb bieten wir ihnen diese kleine Reihenhaus-Siedlung an. Wir hoffen, dass sie ihnen gefällt!

Worauf sollte man achten? Ein guter Nistplatz steht und fällt mit dem Material des bereitgestellten Nistkastens. Bestenfalls bestehen diese aus isolierendem Holzbeton oder gegossenem Bims. Diese Nistkästen sind unverwüstlich und schützen die kleinen Vögel sowohl bei Kälte und auch bei hochsommerlich heißen Temperaturen. Ein Nistkasten aus Holz funktioniert natürlich auch. Nur ist die Lebensdauer hier wegen Verwitterung eingeschränkt. Und am falschen Platz (z.B. in der prallen Sonne), kann Holz nicht ausreichend schützen. Daher ist auch die Wahl des Standplatzes elementar. Wir können nie genau wissen, welcher Platz den Vögeln am besten gefällt. Doch in jedem Fall sollte man den Nistkasten mit der Öffnung zur wetterabgewandten Seite aufhängen. In den meisten Fällen ist die südöstliche Richtung die richtige Wahl. Er sollte auf ca. 1,80 m angebracht sein (mindestens Augenhöhe) und bestenfalls nicht erreichbar für Katzen, Wiesel, Marder etc. sein. In solchen Fällen kann man auch einfache Klettersperren anbringen.

Und natürlich: Der Kasten sollte für die Arten, die im eigenen Garten heimisch sind, geeignet sein (die Größe des Einflugloches ist für viele entscheidend).

Wie kann man Vögel noch unterstützen?

Wer Vögel unterstützen möchte, sollte das tun, was allen Tierarten hilft: Den Garten zum Lebensraum werden lassen. Dazu gehört:

Blumenwiesen statt Rasenfläche

Moderne Rasenflächen bieten ähnlich wertvollen Lebensraum wie Schotterwüsten – außer, dass hier das Regenwasser noch absickern kann, fühlt sich kaum ein Tier hier wohl. Es gibt wunderbare Gras-Kräuter-Mischungen heimischer Saatgut-Vermehrer, die Vielfalt auf die Wiese bringen. Wichtig: Eine Wiese sollte hoch wachsen dürfen. Der Rasenmäher darf hier ruhig einmal im Schuppen stehen bleiben.

Wildblumen statt Zuchtformen

Viele Blumen der üblichen Gartencenter sind gezüchtete Formen, die gefüllte Blüten haben. Gefüllte Blüten sind jedoch schwer, manchmal gar nicht zugänglich für Insekten. Sie locken daher viele Tiere an, die jedoch sprichwörtlich vor geschlossener Tür verhungern. Wählen Sie daher am besten die Wildform der Zuchtblumen. In den meisten Gartencentern suchen sie diese vergebens. Der Wildpflanzengärtner Ihres Vertrauens hat eine gute Auswahl.

Steingarten statt Schotterwüste

Viele verwechseln den wertvollen Lebensraum des Steingartens, in dem Trockenheit liebende Pflanzen wachsen und viele Insekten Lebensraum finden, mit den heute modernen Schotterwüsten, die mit Unkrautsperren von der Lebenskraft des Bodens abgeschottet werden. Möchte man also einen steinigen Garten (weil man es schön findet oder weniger Aufwand haben möchte) sollte man sich mit dem Lebensraum Steingarten auseinander setzen.

Heimische Sträucher statt steriler immergrüner Sträucher und Koniferen

Die meisten Koniferen und immergrünen Sträucher dienen nur dem Auge: Als Sichtschutz oder als grüne Insel im Winter. Die meisten Arten sind jedoch nutzlos für die heimische Fauna. Ersetzen Sie nach und nach ihre Sträucher durch heimische Arten. Ihr Wildpflanzengärtner hilft Ihnen bei der Auswahl wirklich schöner Alternativen.

Herbst- und und Winterruhe statt Aktionismus

Gerne wird im Herbst der Garten “winterfest” gemacht. Für Wasserleitungen darf das zutreffen. Aber nicht für Pflanzenreste, Laub und Blütenstände. Die sollten über Winter im Garten genau so verbleiben, wie sie sind. Denn sie sind die Lebensversicherung für viele Tiere, um erfolgreich über den Winter zu kommen, allen voran für die Insekten. Diese verkriechen sich z.B. in Blütenständen oder im Laub. Viele unscheinbare Puppen der brillanten Schmetterlinge, die wir im Sommer so bewundern, überwintern z.B. auch oft an Stängeln von vertrockneten Pflanzen. Dass unsere heimischen Pflanzen im Winter braun und vertrocknet aussehen, ist völlig normal und zudem das Kapital des Lebens für das kommende Jahr!

Ganzjährige Fütterung

Als Landwirte kannten wir noch die Zeiten, in denen Spatzen in jeder Ecke saßen und in der Scheune Weizenkörner ohne Ende geklaut haben. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute wird Getreide in geschlossenen Silos gelagert, an die kein Tier mehr herankommt. Spatzen findet man daher fast nur noch dort, wo es Pferde oder Hühner gibt. Sie sind auf ein ganzjähriges Futterangebot angewiesen. Aber auch all die anderen Arten leiden unter akutem Futtermangel: Auf konventionell bewirtschafteten Feldern finden sich zu wenige Wildkräuter, Ackersäume werden niedergemacht. Die Vielfalt des Futterangebots an Samen ist dramatisch gesunken. Und natürlich auch das große Insektensterben schlägt sich auf das Überleben der Vogelarten nieder: Je weniger Insekten, desto weniger Vögel. Mit ganzjähriger Fütterung kann man daher die heimischen Vogelarten unterstützen, so lange, bis die Ursache des Vogelsterbens behoben ist. Das wird dann sein, wenn wir wieder buntere Landschaften mit mehr Struktur, mehr Biodiversitätsflächen und lebensfreundlichere Gärten haben.

 


Gestern Abend waren wir zu Gast bei der Podiumsdiskussion mit unserer rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Thema “Faire Welten – Wie wir auch morgen noch ein gutes Leben haben können”. Als Gaststimme durften wir aufzeigen, was es heißt, ein #BIOHOTEL zu sein und wie sehr uns der Schutz der #Artenvielfalt in der #Landwirtschaft am Herzen 💚 liegt.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Faire Welten für diesen inspirierenden Abend mit herausragenden Rednern und einem super engagierten Publikum! Wir freuen uns auf eine tolle Zukunft in unserem schönen Bundesland!

Tipp: Am Wochenende findet die Messe Faire Welten in Mainz statt. Da gibt’s leckeres Essen, tolle nachhaltige Mode und vieles mehr zum nachhaltigen Lifestyle 🤗


HOLIDAYVERDE im Gespräch mit uns über “bio” im Urlaub und wo wir die Zukunft sehen.

Wie das BioWeingut & Landhotel Gänz schon seit 15 Jahren konsequent im Sinne der Nachhaltigkeit arbeitet, verrät Sarah Gänz im Interview.

HolidayVERDE: Aus welchen Gründen ist das BioWeingut & Landhotel Gänz eine Reise Wert?

SARAH GÄNZ (Inhaberfamilie): Wir liegen in einer landschaftlich sehr vielfältigen Region Deutschlands, die zudem mild und lieblicher ist, als viele andere Regionen. Nicht umsonst haben wir hier das größte Wein-Anbaugebiet: Rheinhessen. Von der typischen, sanften Hügellandschaft Rheinhessens kann man bei uns über steile Felsen in das enge, wilde Tal der Nahe wandern. Der imposante Rhein mit seiner Mittelrhein-Romantik liegt nur 20 km entfernt. Für einen aktiven Urlaub draußen in der Natur ist ein schöner Ausgangspunkt besonders wichtig: Alle Ausflugsziele sind von unserem Hof aus gut erreichbar – ob mit dem Auto, dem Rad, zu Fuß oder mit der Bahn. Und natürlich sollte das Hotel selbst Wohlgefühl vermitteln! Wir liegen direkt bei der Kurstadt Bad Kreuznach, dafür aber in Alleinlage direkt bei den Weinbergen. Unser Haus ist baubiologisch gebaut und eingerichtet. Von der Matratze bis hin zum Frühstücksei machen wir uns Gedanken, was die sinnvollste und schönste Alternative ist – im Sinne der ökologischen Verträglichkeit und natürlich im Sinne des Wohlfülfaktors. Unser Hof ist zudem Teil unseres Bioweingutes, das wir schon seit 22 Jahren bio bewirtschaften: Natur-Biotope, Weinreben, Obstbäume und ein kleines Getreidefeld finden sich auf dem 2 Hektar großen Grundstück.

An wen richtet sich Ihr Angebot? Wir richten uns an Menschen, die keinen Urlaub „von der Stange möchten“. Wir haben den Standard eines Hotels, aber die Größe eines Gästehauses. Wir sind weder ein Stadthotel, noch liegen wir abgeschieden weit draußen auf dem Land. Unsere Gäste mögen vor allem die Möglichkeit, Ihren Urlaub abwechslungsreich gestalten zu können. Wir sind Ausgangspunkt für aktive Menschen, die unsere Heimat erkunden möchten – ob auf kulturellen oder naturbegeisterten Pfaden. Bei uns fühlen sich Menschen wohl, die Qualität zu schätzen wissen und Natürlichkeit lieben.

 

Was schätzen die Kunden des BioWeingut & Landhotel Gänz besonders?

Unsere Gäste schätzen bei uns vor allem den zeitlosen Anspruch an Qualität, der einhergeht mit unserem konsequenten Bio-Gedanken.

Worin unterscheidet sich das BioWeingut & Landhotel Gänz konkret von konventionellen Hotels? Ganz konkret kommt bei uns nur 100% Bioqualität auf den Tisch. 100% heißt 100% das ganze Jahr – bei jedem Essen. Diesen Anspruch teilen wir schon seit 15 Jahren mit der Hotelvereinigung der BIOHOTELS, die in dieser Form einzigartig ist.

Wie leben Sie in Ihrem Unternehmen Nachhaltigkeit? Neben unserer konsequenten Bioküche, verwenden wir nur Strom aus erneuerbaren Energien, nutzen biologische Reinigungsmittel, waschen die Hotelwäsche im Haus und lassen sie an der Luft trocknen. Abwässer werden in der eigenen Pflanzenkläranlage gereinigt. Wir kaufen langlebige Möbel aus Vollholz, bauen und renovieren ohne Schadstoffe und Sondermüll.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie der Nachhaltigkeitsaspekt eventuell? Der Nachhaltigkeitsaspekt ist für alle – jeden Menschen – eine Herausforderung. Dachte man in unserer Gesellschaft vor 20 Jahren noch, dass man diese Verantwortung abgeben kann, wissen wir angesichts des Artensterbens und des Klimawandels, dass jeder sich darum kümmern muss. Auch wenn wir mit unserem Weingut, das wir schon seit über 22 Jahren biologisch bewirtschaften, zu den Vorreitern des Nachhaltigkeitsgedanken gehören, müssen auch wir uns den Herausforderungen einer schwindenden Natur und weiterer Wetterextreme stellen. Als Winzer, die jeden Tag in der Natur arbeiten, sehen wir jede Veränderungen. Umso mehr freut es uns, dass sich immer mehr Menschen für unsere Philosophie interessieren und diese teilen.

Welche Trends im Bereich „Bio-Hotel“ finden Sie besonders spannend? Es ist toll, wie viele neue, junge Ideen im ökologischen Tourismus die Menschen erreichen. Der Kreativität scheint keine Grenzen mehr gesetzt zu sein. Wir freuen uns über alle, die bei dem großen, gemeinsamen Ziel mitmachen: Die Natur und ihre Schönheit auch für künftige Generationen zu erhalten – und dabei Spaß zu haben!

Verraten Sie uns, was Sie für die Zukunft geplant haben? Wir möchten uns langfristig weiter verbessern, was unseren ökologischen Fußabdruck angeht: Wir möchten selbst Energie erzeugen, unsere Heizungssysteme erneuern, Kunststoffe immer weiter reduzieren, weitere Biotope anlegen. Man kann nie genug machen!

Das vollständige Interview ist hier zu finden:
http://holidayverde.de/abwechslungsreicher-urlaub-mit-wohlg…

 


Die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) gehört zu den führenden Branchenzeitungen für die Hotellerie.

>>HACKENHEIM. Es war ein langer Weg vom landwirtschaftlichen Mischbetrieb in der Ortsmitte mit 300-jähriger Familientradition zum Aussiedlerhof mit Bio-Weingut und Bio-Landhotel auf einem ehemaligen Getreideacker. Anfang der 1990er-Jahre begann bei Albert und Hiltrud Gänz das große Umdenken: Sie wollten weg von der konventionellen Landwirtschaft hin zu einem überzeugten Bio-Konzept – und zwar im privaten Bereich wie im Arbeitsleben.

Die Tierhaltung wurde zugunsten des Weinanbaus aufgegeben und 2001 der Grundstein für das heutige Biohotel gelegt. Meilenstein war 2004 die Zertifizierung des Betriebs als Biohotel mit 100 Prozent Bio-Lebensmitteln und nachhaltiger Bauweise. Um das Hotel, das mittlerweile mit drei Sternen klassifiziert ist, kümmert sich Tochter Sarah.

In der Bio-Frage gibt es in der Familie Gänz absolut keinen Generationenkonflikt. Tochter Sarah sagt dazu: „Das haben wir von den Eltern übernommen. Wir stehen voll hinter der Philosophie.“ Sie hat nach ihrem Abitur BWL mit Bachelorabschluss und Publizistik im Masterstudium studiert. Ihr Bruder Peter wurde in Geisenheim zum Önologen ausgebildet und ist stolz darauf, dass seine Bio-Weine sogar die Ansprüche veganer Ernährung erfüllen. Bei ihrer Herstellung werden keinerlei tierische Produkte eingesetzt.

Für beide Geschwister sind Bio und Nachhaltigkeit eine Lebenseinstellung. Als Kinder einer Winzerfamilie die das Weingut organisch-biologisch führt, wurden sie von den Eltern maßgeblich inspiriert. Sie erfuhren schon sehr früh die Bedeutung von Traditionen und lernten den bewussten Umgang mit der einzigartigen Naturlandschaft des rheinhessischen Hügellandes „Eine überzeugte biologische Landwirtschaft versucht die Natur als Ganzes, als lebendigen Organismus zu betrachten, in dem jede Art ihren Platz und ihre Aufgabe hat“, sagt Sarah Gänz. „Wir versuchen daher, den gesamten Naturraum zu pflegen, durch Beobachtung zu verstehen, wie unsere Natur funktioniert, und die Gesundheit der Natur als Ganzes zu unterstützen“, betont die junge Hotelchefin. Aus diesen Gründen darf in den Weinbergen nun auch nicht mehr gejagt werden. Mit Beginn des neuen Jagdjahres müssen die ansässigen Jäger auf den Flächen des Gänzschen Weinguts auf das Töten von Tieren verzichten.

Auf dem Gut und im Landhotel ergeben ein mediterraner Landhausstil, funktionale Modernität und rheinhessischer Traditionalismus eine harmonische Kombination. Außerdem strahlt die Familie auch in besonderem Maße Wärme und Gastfreundschaft aus.

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Bio in Bestform: Die Familie (von links) Sarah, Albert, Hiltrud und Peter Gänz

Mit Werkstoffen wie Tonziegel und Lehm sowie Marmormehl als Wandanstrich hat die Familie ihre sechs Zimmer auf Bio-Standard gebracht. „Lehmputz beispielsweise ergibt ein optimales Schlafklima: warm, aber nicht trocken – denn Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit und ist atmungsaktiv“, erklärt die 28-Jährige. Auch bei der Einrichtung der Zimmer wurde der Bio-Gedanke umgesetzt: Massivholz-Möbel, Betten in Komfortgrößen, metallfrei einschließlich der Matratzen ohne Federkern, mit Bettzeug aus Wolle, Daunen und Baumwolle, meist unbehandeltem Parkettboden oder Sisalteppichen sowie abschaltbaren Stromkreisen. Alle Zimmer sind allergenfrei und elektrosmog-reduziert.

Es gibt zwar Fernsehgeräte auf den Zimmern, aber W-Lan wurde aus ihnen verbannt und ist nur im öffentlichen Bereich verfügbar. Es gibt keine gefüllten Minibars – diese stehen leer für den individuellen Bedarf der Gäste zur Verfügung. Dafür gibt es einen Etagen-Kühlschrank mit einem breiten Spektrum an Getränken.

Das Haus hat eine durchschnittliche Belegung von knapp über 60 Prozent und kommt mit drei Mitarbeitern aus. Meist sind die Gäste nachhaltig orientierte Gesundheitsurlauber. „Das Gros der Gäste kommt wegen unserer Mitgliedschaft bei Bioland, Vegan-Travel und Biohotels“, so Sarah Gänz. Sie ist davon überzeugt, dass der Biogedanke vor allem bei der jungen Generation zündet.

Die ökologische Ausrichtung des Landhotels findet ihren Nachhall auch bei der Verwendung saisonaler und regionaler Produkte beim kulinarischen Angebot. Zum Abendessen bietet das Hotel auf einer schwarzen Holztafel ein 4-gängiges Menü im Geiste Hildegard von Bingens an. Darum kümmert sich Mutter Hiltrud, die Hauswirtschaftlerin ist und Gerichte auftischt wie Grüne-Bohnen-Tomaten-Pfanne mit Petersilienkartoffeln, Lachsfilet auf gebratenem Spitzkohl und Pestokartoffeln oder Gebratene Rosmarin-Aprikosen mit Joghurtparfait. Vegane und vegetarische Lebensweisen werden dabei besonders berücksichtigt.

Das Essen sei für 70 bis 80 Prozent der Gäste ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl eines Hotels, sagt Sarah Gänz. „Bis zu drei Viertel unserer Gäste kommen explizit aufgrund der Nachhaltigkeit in unser Biohotel, mit steigender Tendenz. Dabei machen wir nichts Außergewöhnliches, vielmehr besinnen wir uns auf das, was sich in unserer Region ohne globalen Einfluss immer bewährt hat.“

Für diesen Leitgedanken arbeitet das Hotel mit Partnern zusammen, die den Umweltgedanken teilen. Mit dieser Ausrichtung hat sich das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal in Rheinland-Pfalz gesichert. Unter dem Dach der Kooperation Biohotels haben sich mehr als 90 Hotels in sieben europäischen Ländern zusammengeschlossen, etwa 50 davon befinden sich in Deutschland.<



Nach diesem “Dürre-Sommer” war unsere Spannung groß: Wie überstehen die Reben die Trockenheit, wie werden die Trauben für den neuen Jahrgang?
Je nach Standort und Alter haben die Reben die monatelange Trockenheit gut gemeistert. Einige Lagen mit jungen Reben haben wir wochenlang mit Wasser versorgt, um sie über die Trockenzeit zu bringen.

Der aktuelle Blick in den Weinberg zeigt: Unsere Mühen im Sommer haben sich gelohnt. Goldgelbe und tiefblaue Trauben hängen an den Reben und sind bereit, geerntet zu werden.

Es sieht überwiegend nach einem guten Jahrgang aus – doch das letzte Urteil fällt im neuen Jahr, wenn die Weine gereift sind. Bis dahin heißt es für uns: Ran an die Scheren, Eimer und Traktoren!

Und für Sie: Genießen Sie unsere Weine der letzten beiden Jahrgänge, während wir fleißig am neuen arbeiten.

Und für Sie: Genießen Sie unsere Weine der letzten beiden Jahrgänge, während wir fleißig am neuen arbeiten.


Wir kommen zu Ihnen. Wir freuen uns, Ihnen vor Ort in drei Metropolregionen unsere aktuellen Weine vorzustellen, mit Ihnen zu probieren und über Wein zu philosophieren!

28. Oktober: Köln
“Stadt. Land. Wein. – Die Bioweinverkostung”

21. November: Hainburg bei Frankfurt
Weinprobe (nähere Infos folgen)

30. November: Hannover
Verkostung “Wein und Käse”
in der “Plant Based Kochschule”

Ab Dezember begrüßen wir Sie in unserer Heimat:

1. und 2. Dezember: Hackenheim
Weinprobiertage bei uns auf dem Weingut

6. bis 8. Dezember: Nussbaum bei Bad Sobernheim
Hevert-BioWeihnachtsmarkt

 

Haben Sie Fragen zu einem dieser Termine? Dann melden Sie doch einfach bei uns: info@gaenz.com oder telefonisch unter 0671 – 8 96 34 53.


Rund 11 Wochen gab es hier bei uns in Rheinhessen an der Nahe keinen nennenswerten Regen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer brachte der 01. August, wo am Abend 5 Liter Regen auf einen Quadratmeter fielen (an diesem Abend ist das obige Photo entstanden) – eine kurze Dusche und Erfrischung für die Pflanzen dort draußen, und natürlich auch die Tiere! Alles, was  lebt (von der Fliege, über Maus und Meise bis hin zu Igel und Wildschwein) dürstet gerade sehnlichst nach Wasser. Nur wir Menschen können aktuell noch die Wasserspeicher leer pumpen, damit Dusche & Co. noch funktionieren. In einer der regenärmsten Regionen Deutschlands kennen wir hier trockene Phasen im Jahr schon immer. Doch diese Dürre – gepaart mit extrem hohen Temperaturen (die eine hohe Verdunstung mit sich bringen) ist auch für uns neu. Weinreben und Bäume können relativ lange ohne Regen auskommen, da sie tief wurzeln. Aber gerade junge Reben, und bestimmte Büsche und Bäume, die auf die oberen Erdschichten angewiesen sind, reichen nicht mehr an das Grundwasser heran. Zusätzlich brennt die starke Sonneneinstrahlung viele der Blätter regelrecht weg. Die ersten Trockenschäden sind zu sehen. Die Blätter vieler Sträucher und Bäume werden gelb und stellen sich schon auf den Herbst ein. Apfelbäume werfen ihre Früchte ab, da sie sie nicht mehr versorgen können. Auch die Reben unserer jungen Weingärten müssen wir bereits seit Wochen bewässern, damit sie eine Chance für die nächsten Jahre haben.

Diese Hitzeperiode zeigt uns wieder auf ein Neues, wie wertvoll unsere natürlichen Ressourcen sind: Natürlich wünscht sich jeder hier in Deutschland einen sonnigen, warmen Sommer. Aber ebenso wichtig ist jeder Tropfen Regen – selbst wenn es im einzigen Urlaub des Jahres verregnet sein sollte. Die Klimaveränderungen sind also deutlich spürbar. Aber nicht vergessen sollte man dabei: Nicht nur unsere Industrie und der moderne, konsumorientierte Lebenswandel sind Schuld an den Klimaveränderungen (insbesondere auch die (Massen-) Tierhaltung). Auch die massive Versiegelung von Flächen sorgt für eine große Überhitzung, sowohl im Kleinen, wie im Großen. Sehr schön kann man dies an der immer weiter verbreiteten Garten(un)kultur erkennen: Wo früher Bäume, Büsche oder Blumen gewachsen sind, zieren heute Schotterhalden die Vorgärten vieler Häuser und städtischer “Grünflächen”, wie Straßenränder oder Verkehrsinseln. Statt einer natürlichen Abkühlung, Beschattung des Bodens und Befeuchtung der Luft durch Pflanzen, wird wertvoller Boden versiegelt und eine Abkühlung wird erfolgreich verhindert. In Städten spürt man die Folge einer solchen Kultur am deutlichsten: Hier wird es immer wärmer und in Sommern wie diesem unerträglicher.

Jeder Quadratmeter zählt! Schenken Sie jedem Stückchen Land, das Sie gestalten können, Leben, indem Sie Pflanzen und Blumen säen/pflanzen – am besten heimische, wilde Arten.

Bäume, Büsche & Co. sind die besten Klimaanlagen, die es gibt!