Trübe und kalt ist der deutsche Winter oft. Trocken und leblos erscheinen unsere Reben, wenn wir sie im Winter schneiden. Doch mit den ersten warmen Tagen im April, sprießt um uns herum das junge Leben aus scheinbar tristem, totem Holz.

Damit auch Sie das wunderbare Gefühl unseres Frühlings in den Weinbergen miterleben können, liegt allen Bestellungen bis zum Frühjahr ein Rebhölzchen bei. In einem schönen “Wohnzimmerexperiment” können Sie beobachten, wie das Leben langsam wieder zurückkehrt und der Frühling bei Ihnen schon etwas früher Einzug hält.

Versuchsanleitung:

  • Schneiden Sie Ihr  Rebhölzchen am unteren Ende noch einmal an (das Ende mit dem  schrägen Anschnitt) und stellen Sie es in ein kleines Glas mit Wasser auf ein Fensterbrett, idealerweise über eine Heizung.
  • Das Rebchen sollte ca. 5 cm im Wasser stehen. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage.
  • Sie erkennen wo oben und unten ist an der Richtung der Augen (Knospen). Wenn die Ansätze der Augen nach oben zeigen, haben Sie das Rebchen richtig herum im Glas stehen.
  • Üben Sie sich in Geduld. Manchmal dauert es bis zu einige Wochen, bis die Augen (so heißen die Knospen einer Weinrebe) größer werden und sich langsam die anfangs noch wollweißen Blättchen zeigen, die aber immer grüner werden. Mit etwas Glück können Sie auch schon kleine Ansätze von Trauben erkennen.
  • Noch ein paar weitere Tage und Sie können das junge Grün der Rebe beobachten – und wahrlich den Frühling begrüßen!
  • Wenn Sie das Rebchen weiterpflegen möchten, können Sie zunächst 2 Esslöffel Sand und Erde in das Glas geben und das Wasser darüber weiterhin regelmäßig wechseln.
  • Wenn Wurzelansätze zu erkennen sind, ist es Zeit, das Rebchen in einen Topf zu pflanzen.
  • Wenn Ihr Rebchen bis dahin weiterhin so schön gedeiht, können Sie ab Mai den Versuch wagen und es nach draußen pflanzen.
    Wichtig wäre, dass an dem neuen Ort keine Frostgefahr mehr besteht. Oder Sie halten es erst einmal auf der Terrasse in der Nähe der Hauswand. Wir drücken die Daumen für Sie und Ihr Rebchen!

Wir wünschen Ihnen Glück und etwas Geduld (ein paar Wochen), dass der Frühling unserer Weinberge auch bald zu Ihnen kommt!


Nachdem wir im letzten November ein wunderschönes Tasting mit pflanzenbasierten Käsen und unseren Weinen mit der wunderbaren Jane TichyWullems von Jane’s Kitchen hatten, gibt es im Februar eine Neuauflage:

Mittwoch, 19. Februar 2020 von 19:00 bis 21:00

DER KLEINE MANN MIT DEM BLITZ

Kleine Rittergasse 11, 60594 Frankfurt am Main

Tickets: www.janeskitchen.de

 

Ein paar letzte Plätze gibt es noch. Wir freuen uns auf alle, die mit uns in unbeschwerter Atmosphäre probieren und genießen möchten!

 


 

Es fühlt sich schon fast nach Frühling an. Und das, obwohl wir nach dem Kalender mitten im Winter stecken müssten. Auch wenn der Winter vielleicht noch einmal kommt, ist jetzt die richtige Zeit, einige Dinge draußen auf das neue Jahr vorzubereiten!

Wie man sein Haus mit Meise und Spatz teilen kann

Der milde Spätwinter ist die ideale Zeit, bestehende Nistkästen der Vögel zu reinigen und bestenfalls noch neue nach draußen zu bringen. Mancher fragt sich wahrscheinlich zu Recht, warum unsere Vögel überhaupt Nistkästen brauchen. Die können doch selbst etwas bauen. Ja, Amseln oder Finken z.B. bauen sich selbst Nester. Die sind meist napfförmig, finden sich in Büschen und werden aus Zweigen, Moos und Haaren fein säuberlich “verwebt” . Viele unserer heimischen Vögel sind dagegen “Höhlen-” oder “Halbhöhlenbrüter”. Dazu gehören viele Meisenarten, Kleiber, Star, Spatz, Hausrotschwanz oder Gartenrotschwanz. Sie nisten in alten Baumhöhlen oder eben in Lücken und Ritzen an Gebäuden. Gerade diese Arten leben nämlich auch oft in der Nähe des Menschen. Nun haben wir in unserer heutigen Zeit oftmals kein Verständnis mehr für alte, manchmal halbmorsche Bäume, in denen Höhlen und Löcher Lebensraum schenken. Auch sind unsere heutigen Häuser nicht mehr verwinkelt, aus einzelnen Steinen gebaut (wo auch mal einer beschädigt sein kann), oder mit Ritzen unter dem Dach versehen. Häuser, die neu gebaut sind, sollen möglichst keine Schlupflöcher bieten und hermetisch gegen die Außenwelt abgeschirmt sein. Doch damit nehmen wir gerade den Tieren den Lebensraum, die uns in unseren menschlichen Kulturen so viele Jahrhunderte gefolgt sind. Nun muss das aber kein Ende des gemeinsamen Lebensraums von Mensch und Vogel sein!

Fehlende Nistplätze sind neben dem Insektensterben ein Grund für den Rückgang der Vögel

Mit Nistkästen aller Art können wir den gefiederten Freunden in unserer Umgebung das Leben schön machen. Denn das Fehlen von Nistmöglichkeiten gehört neben dem Insektensterben zu einem Hauptgrund, warum unsere heimischen Vögel gefährdet sind. Mit den richtigen Nistmöglichkeiten und bestenfalls ganzjähriger Fütterung kann man sehr schnell den Vogelarten in seiner Umgebung helfen und kommt selbst zudem noch in den Genuss eines beeindruckenden Naturerlebnisses: Vögel beim geschäftigen Treiben und der ersten Flugversuche beobachten zu können.

Bei der Frühlingsreinigung findet man weich gepolsterte Betten.

Hundehaare werden sehr gerne in kuschelige Nester verwoben.

Manchmal weckt man bei Aufräumarbeiten Insekten, wie hier Marienkäfer. Daher sollte man erst bei milden Temperaturen kurz vor Frühlingsbeginn aufräumen.

Spatzen leben gerne in Gesellschaft. Deshalb bieten wir ihnen diese kleine Reihenhaus-Siedlung an. Wir hoffen, dass sie ihnen gefällt!

Worauf sollte man achten? Ein guter Nistplatz steht und fällt mit dem Material des bereitgestellten Nistkastens. Bestenfalls bestehen diese aus isolierendem Holzbeton oder gegossenem Bims. Diese Nistkästen sind unverwüstlich und schützen die kleinen Vögel sowohl bei Kälte und auch bei hochsommerlich heißen Temperaturen. Ein Nistkasten aus Holz funktioniert natürlich auch. Nur ist die Lebensdauer hier wegen Verwitterung eingeschränkt. Und am falschen Platz (z.B. in der prallen Sonne), kann Holz nicht ausreichend schützen. Daher ist auch die Wahl des Standplatzes elementar. Wir können nie genau wissen, welcher Platz den Vögeln am besten gefällt. Doch in jedem Fall sollte man den Nistkasten mit der Öffnung zur wetterabgewandten Seite aufhängen. In den meisten Fällen ist die südöstliche Richtung die richtige Wahl. Er sollte auf ca. 1,80 m angebracht sein (mindestens Augenhöhe) und bestenfalls nicht erreichbar für Katzen, Wiesel, Marder etc. sein. In solchen Fällen kann man auch einfache Klettersperren anbringen.

Und natürlich: Der Kasten sollte für die Arten, die im eigenen Garten heimisch sind, geeignet sein (die Größe des Einflugloches ist für viele entscheidend).

Wie kann man Vögel noch unterstützen?

Wer Vögel unterstützen möchte, sollte das tun, was allen Tierarten hilft: Den Garten zum Lebensraum werden lassen. Dazu gehört:

Blumenwiesen statt Rasenfläche

Moderne Rasenflächen bieten ähnlich wertvollen Lebensraum wie Schotterwüsten – außer, dass hier das Regenwasser noch absickern kann, fühlt sich kaum ein Tier hier wohl. Es gibt wunderbare Gras-Kräuter-Mischungen heimischer Saatgut-Vermehrer, die Vielfalt auf die Wiese bringen. Wichtig: Eine Wiese sollte hoch wachsen dürfen. Der Rasenmäher darf hier ruhig einmal im Schuppen stehen bleiben.

Wildblumen statt Zuchtformen

Viele Blumen der üblichen Gartencenter sind gezüchtete Formen, die gefüllte Blüten haben. Gefüllte Blüten sind jedoch schwer, manchmal gar nicht zugänglich für Insekten. Sie locken daher viele Tiere an, die jedoch sprichwörtlich vor geschlossener Tür verhungern. Wählen Sie daher am besten die Wildform der Zuchtblumen. In den meisten Gartencentern suchen sie diese vergebens. Der Wildpflanzengärtner Ihres Vertrauens hat eine gute Auswahl.

Steingarten statt Schotterwüste

Viele verwechseln den wertvollen Lebensraum des Steingartens, in dem Trockenheit liebende Pflanzen wachsen und viele Insekten Lebensraum finden, mit den heute modernen Schotterwüsten, die mit Unkrautsperren von der Lebenskraft des Bodens abgeschottet werden. Möchte man also einen steinigen Garten (weil man es schön findet oder weniger Aufwand haben möchte) sollte man sich mit dem Lebensraum Steingarten auseinander setzen.

Heimische Sträucher statt steriler immergrüner Sträucher und Koniferen

Die meisten Koniferen und immergrünen Sträucher dienen nur dem Auge: Als Sichtschutz oder als grüne Insel im Winter. Die meisten Arten sind jedoch nutzlos für die heimische Fauna. Ersetzen Sie nach und nach ihre Sträucher durch heimische Arten. Ihr Wildpflanzengärtner hilft Ihnen bei der Auswahl wirklich schöner Alternativen.

Herbst- und und Winterruhe statt Aktionismus

Gerne wird im Herbst der Garten “winterfest” gemacht. Für Wasserleitungen darf das zutreffen. Aber nicht für Pflanzenreste, Laub und Blütenstände. Die sollten über Winter im Garten genau so verbleiben, wie sie sind. Denn sie sind die Lebensversicherung für viele Tiere, um erfolgreich über den Winter zu kommen, allen voran für die Insekten. Diese verkriechen sich z.B. in Blütenständen oder im Laub. Viele unscheinbare Puppen der brillanten Schmetterlinge, die wir im Sommer so bewundern, überwintern z.B. auch oft an Stängeln von vertrockneten Pflanzen. Dass unsere heimischen Pflanzen im Winter braun und vertrocknet aussehen, ist völlig normal und zudem das Kapital des Lebens für das kommende Jahr!

Ganzjährige Fütterung

Als Landwirte kannten wir noch die Zeiten, in denen Spatzen in jeder Ecke saßen und in der Scheune Weizenkörner ohne Ende geklaut haben. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute wird Getreide in geschlossenen Silos gelagert, an die kein Tier mehr herankommt. Spatzen findet man daher fast nur noch dort, wo es Pferde oder Hühner gibt. Sie sind auf ein ganzjähriges Futterangebot angewiesen. Aber auch all die anderen Arten leiden unter akutem Futtermangel: Auf konventionell bewirtschafteten Feldern finden sich zu wenige Wildkräuter, Ackersäume werden niedergemacht. Die Vielfalt des Futterangebots an Samen ist dramatisch gesunken. Und natürlich auch das große Insektensterben schlägt sich auf das Überleben der Vogelarten nieder: Je weniger Insekten, desto weniger Vögel. Mit ganzjähriger Fütterung kann man daher die heimischen Vogelarten unterstützen, so lange, bis die Ursache des Vogelsterbens behoben ist. Das wird dann sein, wenn wir wieder buntere Landschaften mit mehr Struktur, mehr Biodiversitätsflächen und lebensfreundlichere Gärten haben.

 


Gestern Abend waren wir zu Gast bei der Podiumsdiskussion mit unserer rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Thema “Faire Welten – Wie wir auch morgen noch ein gutes Leben haben können”. Als Gaststimme durften wir aufzeigen, was es heißt, ein #BIOHOTEL zu sein und wie sehr uns der Schutz der #Artenvielfalt in der #Landwirtschaft am Herzen 💚 liegt.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Faire Welten für diesen inspirierenden Abend mit herausragenden Rednern und einem super engagierten Publikum! Wir freuen uns auf eine tolle Zukunft in unserem schönen Bundesland!

Tipp: Am Wochenende findet die Messe Faire Welten in Mainz statt. Da gibt’s leckeres Essen, tolle nachhaltige Mode und vieles mehr zum nachhaltigen Lifestyle 🤗


Wir machen nicht nur Wein, sondern bauen zwischen unseren Weinbergen in traditioneller Dreifelderwirtschaft hochwertiges Getreide an – natürlich auch in Biolandqualität! Das Getreide bringen wir ganz in unserer Nähe zu einer Biomühle, die es mahlt und Biobäcker der Region mit Mehl versorgt. Die Halme und abgedroschenen Ähren pressen wir zu wunderschönem, goldenem Stroh 🌾
Auf unserem Hofgrundstück mähen wir die Wiese ganz schonend mit dem Mähbalken an unserem Oldtimer und pressen daraus nach einigen Tagen Wartezeit Heuballen. Mit dem Rasenmäher oder Mulcher würden durch die rotierenden Messer viele Insekten getötet. Mit einem glatten Schnitt wie beim Mähbalken oder einer Sense bleiben die Tiere unverletzt. 🦋🐝🐞🦗 So fördern wir ganz insektenfreundlich den Artenreichtum auf der Wiese, damit es nächstes Jahr wieder ganz bunt blüht!


“An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. […] Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen.” (Josef Reichholf in der SZ vom 28.03.2018)

Die einzige Chance, den Feldhasen (und nicht nur ihn!) auf lange Sicht zu erhalten und seine natürlichen Bestände wieder zu erreichen besteht darin,

  • Gifte aus der Landwirtschaft zu verbannen (d.h. mindestens eine biologische Landwirtschaft)
  • mehr Brachflächen anzulegen (statt weiterer Baugebiete und noch größerer Agrarflächen)
  • die Wiesenmahd auf zwei jährliche Termine zu reduzieren (und erst nach Juni)
  • die Jagd auf Hasen zu verbieten
  • Freizeitaktivitäten in der Natur strenger zu regeln (Verbot von freilaufenden Hunden, kein Mountainbiken u.ä. querfeldein etc.).

Ausführlich erläutert Josef H. Reichholf in der der Süddeutschen Zeitung vom 28.03. den Widersinn unseres heimischen Artenschutzes und den Untergang unserer Natur, wenn nicht schleunigst eine Kehrtwende unternommen wird.

http://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-verdraengt-und-vergiftet-1.3923261

 

Verdrängt und vergiftet

Während der Tod eines Nashorns Schlagzeilen macht, gehen Wildtiere in Deutschland kaum bemerkt zugrunde.

Von Josef H. Reichholf

An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. Dabei liegt die Flur offen da zur allseitigen Einsicht, denn Hecke und Ackerrain nehmen kaum noch die Sicht. Den Hasen fehlt die Deckung. Aber nicht nur; auch an Nahrung mangelt es ihnen. Wie den Rebhühnern, die so rar geworden sind, dass man sie nur noch vom Hörensagen kennt.

Und der bayerische Frühlingshimmel hängt auch nicht mehr voller Lerchen. Wer welche sehen möchte, sollte zum Beispiel zum Münchner Flughafen fahren und versuchen, Blicke aufs weite Gelände neben den Start- und Landebahnen zu werfen. Da gibt es sie; nur mit dem Hören des jubilierend feinen Lerchengesangs tut man sich dort schwer.

Am Flughafen und auf ähnlichen Flächen hüpfen außerdem spatzenähnliche Vögel am Boden herum. Das helle Goldgelb des Gefieders der Männchen weist sie als Goldammern aus. Auch sie lassen sich sonst kaum noch sehen auf den Fluren, die einst voller Leben waren. Aber es wundert nicht, dass die heimischen Wildtiere ihre angestammten Lebensräume verlassen, die Menschen machen sie ihnen unwirtlich. Gerade in diesen Wochen zum Beispiel werden die Felder wieder geflutet mit Gülle. Das stinkt zum Himmel. Doch stattdessen wird nur über die schlechte Luft in den Städten diskutiert. In diese zieht es nun auch unsere Tierwelt, weil es sich dort besser lebt. Arten, die das nicht können, weil sie größere Freiräume brauchen, gehen zugrunde. Wie die Hasen, von denen es inzwischen mehr Versionen in Schokolade gibt als lebendige.

Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen. Zwar handelte es sich “nur” um eine Unterart, aber diese war vor einem halben Jahrhundert über fast das ganze Afrika nördlich des Äquators verbreitet. Von der südlichen Unterart gibt es noch einige Tausende, allerdings leben diese eingesperrt in Jagdfarmen. In Freiheit überleben sie nicht, den Wilderern fallen mehr zum Opfer als Jungnashörner nachwachsen.

Dabei fließen seit Jahrzehnten Millionen an Spenden nach Afrika, um dort die Tierwelt zu retten. Dennoch schrumpfen die Bestände der Elefanten und anderer wilder Großtiere. Dort wird sogenanntes “Buschfleisch” offen feilgeboten, sogar solches, das von Menschenaffen stammt. Afrika ist eben nicht zivilisiert genug für den Artenschutz, könnte man denken. Wirklich?

Nehmen wir uns Bayern als Vergleichsfall vor: Im Bayerischen Wald wurden vor nicht allzu langer Zeit äußerst rare Luchse, die mit viel Geld wieder eingebürgert worden waren, gemeuchelt. Angeblich lässt sich nicht herausbekommen, wer der oder die Täter waren. Die Luchse wurden umgebracht, weil sie Rehe zum Leben brauchen. Davon gibt es zwar im Freistaat so viele, dass die Abschusszahlen für Jäger seit Jahrzehnten nicht ausreichen, um die Bestände auf das von den Waldbesitzern und Landwirten geforderte tragbare Niveau herunterzudrücken. Aber für den Luchs darf offenbar nichts abfallen.

Wilde Tiere sollen in Afrika erhalten bleiben – Hauptsache nicht auf unseren Kulturflächen

Und der erste Bär, der nach mehr als einem Jahrhundert törichterweise nach Bayern eingewandert war, durfte auch nicht bleiben. Er war ein Problembär, da ohne Grenzkontrolle und Erlaubnis gekommen, und wurde geradezu standrechtlich erschossen. Dabei hatte er keinem Menschen etwas zuleide getan. Seit Brunos Tod wagte es kein weiterer Bär mehr nach Bayern. Gut so, denn hierzulande ist man nicht so tolerant wie in Italien, Slowenien oder gar in Rumänien. Bayern wähnt sich als Kulturland, in dem der Bär keinen Platz mehr hat.

Und was ist Italien? Was sind Spanien, Frankreich, Tschechien, Polen? Es wird deren Leitkultur zugerechnet, dass dort Bären, Luchse und, kaum zu glauben, auch Wölfe frei leben dürfen, ohne dass die Landeskultur zusammenbricht. Bei uns müssen sich Wölfe dagegen mit den Flächen begnügen, die zum Üben von Krieg beiseitegestellt worden sind. Wo scharf geschossen wird, aber nicht auf die Tiere, da leben sie, und das sogar einigermaßen gut. Nun sind aber auch Truppenübungsplätze begrenzt. Und vermehren sollten sich diese in der Kulturlandschaft untragbaren Tiere freilich nicht – obwohl dies zur Arterhaltung notwendig wäre.

Die Willkommenskultur außerhalb der militärischen Sperrgebiete war schon mit dem Biber erschöpft, dessen erfolgreiche Wiederkehr die Naturschutzverbände kaum noch öffentlich kundzutun wagen. Denn Biberschäden werden als untragbar dargestellt, auch wenn sich die Verluste an Zuckerrüben oder Mais nicht einmal im Promillebereich bemessen lassen. Es genügt, dass die Biber Bäume umnagen, die für die Kettensägen noch nicht an der Reihe waren.

Die Toleranz der Menschen für ihre einstigen engen Nachbarn wird immer geringer. In einer norddeutschen Zeitung war unlängst ein Text zu lesen, in dem sich die Autorin darüber beklagte, dass Gänse über die Stadt flogen. Ein norddeutsches Problem? Nein, auch im Süden der Republik machen Gänse regelmäßig Schlagzeilen, weil Gänsedreck unhygienisch sei. Aber was ist dann mit der Gülle? Ihre Mengen sind so riesig, dass sie längst ein Mehrfaches der menschlichen Abwässer ausmachen. Doch während diese teuer geklärt werden, darf das Land mit der braunen Soße überschwemmt werden. Und so manche innerstädtische Fläche wird mit Glyphosat oder anderen Mitteln gespritzt, damit Unerwünschtes nicht wächst. Wir sind eben ein Kulturvolk.

Zum Ausgleich für unsere Vollkultur fahren wir dann nach Afrika, wo für uns die wilden Tiere erhalten werden sollen. Damit wir in unberührter Natur Löwe und Leopard, Elefant und Nashorn beobachten können. Deshalb dürfen dort die Wildhüter auf die Wilderer schießen. Dass von den Nationalparks angeblich auch die lokale Bevölkerung profitiert, stimmt uns zufrieden – ob es stimmt oder nicht. Es ist ja einfach zu schön in Afrikas Wildnis. Zuhause geben wir uns damit zufrieden, Hirsche in Wildgattern, Luchse im Zoo und Wölfe im Fernsehen zu erleben, wie sie durch die mondhelle Nacht irgendeiner fernen Wildnis streifen. Hauptsache nicht die unsrige.

Derweilen beißt in Deutschland alle paar Minuten ein Hund einen Menschen, immer wieder gibt es sogar Tote durch Hundebisse. Aber gefährlich ist natürlich der Wolf.

 

 


Der STAR IST VOGEL DES JAHRES 2018 und zeigt uns, was in unserer Welt verkehrt läuft: Rund 1 Million Brutpaare dieses schillernden Vogels hat Deutschland in den letzten beiden Jahrzehnten verloren. Grund dafür sind wieder einmal vor allem: die industrielle Landwirtschaft, die fast keinen Raum mehr für wilde Hecken, alte Bäume und bunte Wiesen lässt. Dem Star fehlen Brutplätze und Insekten als Nahrung. Gibt es keine Insekten mehr, gibt es bald auch keine Vögel mehr, die von ihnen abhängig sind.

Als Weinbauregion kommt in unserer Gegend erschwerend hinzu: Der Star gilt als Schädling für die Trauben im Herbst. Ab August wird er mit minütlichen Schreckschüssen aus der Region verscheucht (die auch für uns Menschen eine Zumutung sind). Die Schwärme ziehen unruhig umher und finden kaum einen Platz, wo sie rasten und ruhen können. Der folglich hohe Kalorienverbrauch, lässt sie noch hungriger werden – und Verluste für Obstbauern noch größer. Gleichzeitig schmilzt die Gesamtzahl der Vögel wie Eis in der Sonne: Wo wir vor 20 Jahren noch riesige, wunderschöne Wolken von Vögeln am Himmel beobachten konnten, sind es heute nur noch kleine Trupps, die hier und da auftauchen. Zweifelsohne kann ein Schwarm von Staren in einem Weinberg für einen einzelnen Landwirt großen finanziellen Schaden anrichten. Aber die Art und Weise, wie er nahezu gänzlich aus unseren Leben verdrängt wird, wird uns irgendwann noch viel teurer zu stehen kommen, als der kurzfristige Verlust in einem Erntejahr. Jede Art, die in unseren Ökosystemen verloren geht, ist ein unwiderruflicher Verlust, der unsere eigene Lebensgrundlage langfristig gefährdet.

So traurig all dies ist, freuen wir uns, dass auf unserem Hof jeden Herbst immer wieder Stare einen Platz zum Rasten finden – und Trauben, die sie satt machen. Wir wünschen uns so sehr, dass dies immer so bleiben wird.


So früh wie noch nie in unserer Geschichte haben wir in diesem Jahr mit der Ernte der Trauben begonnen: Bereits mit dem ersten Tag im September sind wir mit dem frühen Sorten gestartet (Dornfelder, Regent). Über 5 Wochen haben die tägliche Reife und der Wetterbericht unseren Rhythmus bestimmt. Mitte Oktober war es dann so weit: Die letzten Rieslinge kamen nach Hause; zu einem Zeitpunkt, wo wir normalerweise noch mitten im Geschehen waren. Glücklich schauen wir nach einem aufregenden Jahr nun auf gefüllte Tanks und Fässer, und die Gärung der Moste ist in vollem Gang.  Die Ernte ist wegen der Frostnächte im April etwas kleiner. Damit geht aber auch immer ein Trost einher: Die Qualität ist äußerst vielversprechend und lässt auf einen guten Jahrgang hoffen! Die ersten leckeren Tropfen gibt es dann im nächsten Frühjahr zu probieren. An dieser Stelle ein herzliches, großes Danke an unser ganzes Team für wochenlanges Bücken, Schneiden, Eimer schleppen, Putzen, Aufräumen – und fröhliches Beisammensein!!!

Die ersten Weine der neuen Ernte sind im Frühjahr 2018 erhältlich. Wer es nicht abwarten kann, kann in unserem Shop die Vorräte auffüllen, um diese Zeit zu überbrücken 🙂


Wie sagt man so schön: Ein guter Jahrgang muss es sein! 😉

Schon jetzt können wir auf den Jahrgang 2017 blicken. Die nächsten 12 Wochen (so lange dauert es ungefähr von der Blüte bis zur Reife) heißt es: Fleißig sein und Daumen drücken, damit wir wieder leckere Trauben für tolle neue Weine ernten können.

Gerade scheint die Natur ungebremst zu sein und schreitet in großen Schritten voran, als wollte sie das Leben neu erfinden. Es blüht, summt und brummt an jeder Ecke. Die Kinder dieses Jahres gedeihen und wachsen. Wer einmal den Lebensmut verliert, wird hier immer wieder daran erinnert: Das Leben will leben, tanzen, lachen. Nicht immer ohne, dass es mal hier und da zwickt. Aber immer mit neuem Mut. Ach, ist es schön da draußen! Jedes Jahr wieder.


Wir lieben unsere Heimat – Sie vielleicht bald auch? ♥
Das Nahetal liegt etwas versteckt zwischen den großen Namen “Pfalz”, “Rheingau”, “Rhein-Main-Gebiet” und “Rheinhessen” im Südwesten Deutschlands. Gerne wird es mal vergessen. Es ist doch eher klein, nicht überlaufen und liegt etwas abseits der gängigen Wege. Dennoch, oder gerade deshalb ist das Nahetal ein Geheimtipp für Liebhaber deutscher Landschaften. Und dabei ist die Gegend noch nicht einmal so typisch “deutsch”. Sehr warm und trocken ist es hier im Sommer, eher mild im Winter. Mit Reben bewachsene Hügel wechseln sich ab mit schroffen Felsen, idyllischen Auen und einem mediterran anmutenden Panorama. Auch die Tier- und Pflanzenwelt scheint “nicht von hier”: Schmetterlinge, Reptilien, Kräuter und Blumen findet man hier, die man sonst eher in mediterranen Gegenden antrifft. Kein Wunder also, dass hier hervorragende Weine herkommen! Und das Schönste: Hier findet man Ruhe. Das Nahetal ist kein überlaufener Touristen-Magnet, sondern gewährt einem Rückzugsmöglichkeiten in Ecken, wo sonst kaum jemand hinkommt. Und wenn man es doch etwas lebendiger mag, ist das pulsierende Rhein-Main-Gebiet nur einen Katzensprung entfernt. Vielleicht möchten Sie ja mal auf Entdeckungsreise gehen? Dann ist unser BioLandhotel ein idealer Ausgangspunkt.

>>Was es hier zu entdecken gibt