Wir machen nicht nur Wein, sondern bauen zwischen unseren Weinbergen in traditioneller Dreifelderwirtschaft hochwertiges Getreide an – natürlich auch in Biolandqualität! Das Getreide bringen wir ganz in unserer Nähe zu einer Biomühle, die es mahlt und Biobäcker der Region mit Mehl versorgt. Die Halme und abgedroschenen Ähren pressen wir zu wunderschönem, goldenem Stroh 🌾
Auf unserem Hofgrundstück mähen wir die Wiese ganz schonend mit dem Mähbalken an unserem Oldtimer und pressen daraus nach einigen Tagen Wartezeit Heuballen. Mit dem Rasenmäher oder Mulcher würden durch die rotierenden Messer viele Insekten getötet. Mit einem glatten Schnitt wie beim Mähbalken oder einer Sense bleiben die Tiere unverletzt. 🦋🐝🐞🦗 So fördern wir ganz insektenfreundlich den Artenreichtum auf der Wiese, damit es nächstes Jahr wieder ganz bunt blüht!


“An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. […] Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen.” (Josef Reichholf in der SZ vom 28.03.2018)

Die einzige Chance, den Feldhasen (und nicht nur ihn!) auf lange Sicht zu erhalten und seine natürlichen Bestände wieder zu erreichen besteht darin,

  • Gifte aus der Landwirtschaft zu verbannen (d.h. mindestens eine biologische Landwirtschaft)
  • mehr Brachflächen anzulegen (statt weiterer Baugebiete und noch größerer Agrarflächen)
  • die Wiesenmahd auf zwei jährliche Termine zu reduzieren (und erst nach Juni)
  • die Jagd auf Hasen zu verbieten
  • Freizeitaktivitäten in der Natur strenger zu regeln (Verbot von freilaufenden Hunden, kein Mountainbiken u.ä. querfeldein etc.).

Ausführlich erläutert Josef H. Reichholf in der der Süddeutschen Zeitung vom 28.03. den Widersinn unseres heimischen Artenschutzes und den Untergang unserer Natur, wenn nicht schleunigst eine Kehrtwende unternommen wird.

http://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-verdraengt-und-vergiftet-1.3923261

 

Verdrängt und vergiftet

Während der Tod eines Nashorns Schlagzeilen macht, gehen Wildtiere in Deutschland kaum bemerkt zugrunde.

Von Josef H. Reichholf

An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. Dabei liegt die Flur offen da zur allseitigen Einsicht, denn Hecke und Ackerrain nehmen kaum noch die Sicht. Den Hasen fehlt die Deckung. Aber nicht nur; auch an Nahrung mangelt es ihnen. Wie den Rebhühnern, die so rar geworden sind, dass man sie nur noch vom Hörensagen kennt.

Und der bayerische Frühlingshimmel hängt auch nicht mehr voller Lerchen. Wer welche sehen möchte, sollte zum Beispiel zum Münchner Flughafen fahren und versuchen, Blicke aufs weite Gelände neben den Start- und Landebahnen zu werfen. Da gibt es sie; nur mit dem Hören des jubilierend feinen Lerchengesangs tut man sich dort schwer.

Am Flughafen und auf ähnlichen Flächen hüpfen außerdem spatzenähnliche Vögel am Boden herum. Das helle Goldgelb des Gefieders der Männchen weist sie als Goldammern aus. Auch sie lassen sich sonst kaum noch sehen auf den Fluren, die einst voller Leben waren. Aber es wundert nicht, dass die heimischen Wildtiere ihre angestammten Lebensräume verlassen, die Menschen machen sie ihnen unwirtlich. Gerade in diesen Wochen zum Beispiel werden die Felder wieder geflutet mit Gülle. Das stinkt zum Himmel. Doch stattdessen wird nur über die schlechte Luft in den Städten diskutiert. In diese zieht es nun auch unsere Tierwelt, weil es sich dort besser lebt. Arten, die das nicht können, weil sie größere Freiräume brauchen, gehen zugrunde. Wie die Hasen, von denen es inzwischen mehr Versionen in Schokolade gibt als lebendige.

Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen. Zwar handelte es sich “nur” um eine Unterart, aber diese war vor einem halben Jahrhundert über fast das ganze Afrika nördlich des Äquators verbreitet. Von der südlichen Unterart gibt es noch einige Tausende, allerdings leben diese eingesperrt in Jagdfarmen. In Freiheit überleben sie nicht, den Wilderern fallen mehr zum Opfer als Jungnashörner nachwachsen.

Dabei fließen seit Jahrzehnten Millionen an Spenden nach Afrika, um dort die Tierwelt zu retten. Dennoch schrumpfen die Bestände der Elefanten und anderer wilder Großtiere. Dort wird sogenanntes “Buschfleisch” offen feilgeboten, sogar solches, das von Menschenaffen stammt. Afrika ist eben nicht zivilisiert genug für den Artenschutz, könnte man denken. Wirklich?

Nehmen wir uns Bayern als Vergleichsfall vor: Im Bayerischen Wald wurden vor nicht allzu langer Zeit äußerst rare Luchse, die mit viel Geld wieder eingebürgert worden waren, gemeuchelt. Angeblich lässt sich nicht herausbekommen, wer der oder die Täter waren. Die Luchse wurden umgebracht, weil sie Rehe zum Leben brauchen. Davon gibt es zwar im Freistaat so viele, dass die Abschusszahlen für Jäger seit Jahrzehnten nicht ausreichen, um die Bestände auf das von den Waldbesitzern und Landwirten geforderte tragbare Niveau herunterzudrücken. Aber für den Luchs darf offenbar nichts abfallen.

Wilde Tiere sollen in Afrika erhalten bleiben – Hauptsache nicht auf unseren Kulturflächen

Und der erste Bär, der nach mehr als einem Jahrhundert törichterweise nach Bayern eingewandert war, durfte auch nicht bleiben. Er war ein Problembär, da ohne Grenzkontrolle und Erlaubnis gekommen, und wurde geradezu standrechtlich erschossen. Dabei hatte er keinem Menschen etwas zuleide getan. Seit Brunos Tod wagte es kein weiterer Bär mehr nach Bayern. Gut so, denn hierzulande ist man nicht so tolerant wie in Italien, Slowenien oder gar in Rumänien. Bayern wähnt sich als Kulturland, in dem der Bär keinen Platz mehr hat.

Und was ist Italien? Was sind Spanien, Frankreich, Tschechien, Polen? Es wird deren Leitkultur zugerechnet, dass dort Bären, Luchse und, kaum zu glauben, auch Wölfe frei leben dürfen, ohne dass die Landeskultur zusammenbricht. Bei uns müssen sich Wölfe dagegen mit den Flächen begnügen, die zum Üben von Krieg beiseitegestellt worden sind. Wo scharf geschossen wird, aber nicht auf die Tiere, da leben sie, und das sogar einigermaßen gut. Nun sind aber auch Truppenübungsplätze begrenzt. Und vermehren sollten sich diese in der Kulturlandschaft untragbaren Tiere freilich nicht – obwohl dies zur Arterhaltung notwendig wäre.

Die Willkommenskultur außerhalb der militärischen Sperrgebiete war schon mit dem Biber erschöpft, dessen erfolgreiche Wiederkehr die Naturschutzverbände kaum noch öffentlich kundzutun wagen. Denn Biberschäden werden als untragbar dargestellt, auch wenn sich die Verluste an Zuckerrüben oder Mais nicht einmal im Promillebereich bemessen lassen. Es genügt, dass die Biber Bäume umnagen, die für die Kettensägen noch nicht an der Reihe waren.

Die Toleranz der Menschen für ihre einstigen engen Nachbarn wird immer geringer. In einer norddeutschen Zeitung war unlängst ein Text zu lesen, in dem sich die Autorin darüber beklagte, dass Gänse über die Stadt flogen. Ein norddeutsches Problem? Nein, auch im Süden der Republik machen Gänse regelmäßig Schlagzeilen, weil Gänsedreck unhygienisch sei. Aber was ist dann mit der Gülle? Ihre Mengen sind so riesig, dass sie längst ein Mehrfaches der menschlichen Abwässer ausmachen. Doch während diese teuer geklärt werden, darf das Land mit der braunen Soße überschwemmt werden. Und so manche innerstädtische Fläche wird mit Glyphosat oder anderen Mitteln gespritzt, damit Unerwünschtes nicht wächst. Wir sind eben ein Kulturvolk.

Zum Ausgleich für unsere Vollkultur fahren wir dann nach Afrika, wo für uns die wilden Tiere erhalten werden sollen. Damit wir in unberührter Natur Löwe und Leopard, Elefant und Nashorn beobachten können. Deshalb dürfen dort die Wildhüter auf die Wilderer schießen. Dass von den Nationalparks angeblich auch die lokale Bevölkerung profitiert, stimmt uns zufrieden – ob es stimmt oder nicht. Es ist ja einfach zu schön in Afrikas Wildnis. Zuhause geben wir uns damit zufrieden, Hirsche in Wildgattern, Luchse im Zoo und Wölfe im Fernsehen zu erleben, wie sie durch die mondhelle Nacht irgendeiner fernen Wildnis streifen. Hauptsache nicht die unsrige.

Derweilen beißt in Deutschland alle paar Minuten ein Hund einen Menschen, immer wieder gibt es sogar Tote durch Hundebisse. Aber gefährlich ist natürlich der Wolf.

 

 


Der STAR IST VOGEL DES JAHRES 2018 und zeigt uns, was in unserer Welt verkehrt läuft: Rund 1 Million Brutpaare dieses schillernden Vogels hat Deutschland in den letzten beiden Jahrzehnten verloren. Grund dafür sind wieder einmal vor allem: die industrielle Landwirtschaft, die fast keinen Raum mehr für wilde Hecken, alte Bäume und bunte Wiesen lässt. Dem Star fehlen Brutplätze und Insekten als Nahrung. Gibt es keine Insekten mehr, gibt es bald auch keine Vögel mehr, die von ihnen abhängig sind.

Als Weinbauregion kommt in unserer Gegend erschwerend hinzu: Der Star gilt als Schädling für die Trauben im Herbst. Ab August wird er mit minütlichen Schreckschüssen aus der Region verscheucht (die auch für uns Menschen eine Zumutung sind). Die Schwärme ziehen unruhig umher und finden kaum einen Platz, wo sie rasten und ruhen können. Der folglich hohe Kalorienverbrauch, lässt sie noch hungriger werden – und Verluste für Obstbauern noch größer. Gleichzeitig schmilzt die Gesamtzahl der Vögel wie Eis in der Sonne: Wo wir vor 20 Jahren noch riesige, wunderschöne Wolken von Vögeln am Himmel beobachten konnten, sind es heute nur noch kleine Trupps, die hier und da auftauchen. Zweifelsohne kann ein Schwarm von Staren in einem Weinberg für einen einzelnen Landwirt großen finanziellen Schaden anrichten. Aber die Art und Weise, wie er nahezu gänzlich aus unseren Leben verdrängt wird, wird uns irgendwann noch viel teurer zu stehen kommen, als der kurzfristige Verlust in einem Erntejahr. Jede Art, die in unseren Ökosystemen verloren geht, ist ein unwiderruflicher Verlust, der unsere eigene Lebensgrundlage langfristig gefährdet.

So traurig all dies ist, freuen wir uns, dass auf unserem Hof jeden Herbst immer wieder Stare einen Platz zum Rasten finden – und Trauben, die sie satt machen. Wir wünschen uns so sehr, dass dies immer so bleiben wird.


So früh wie noch nie in unserer Geschichte haben wir in diesem Jahr mit der Ernte der Trauben begonnen: Bereits mit dem ersten Tag im September sind wir mit dem frühen Sorten gestartet (Dornfelder, Regent). Über 5 Wochen haben die tägliche Reife und der Wetterbericht unseren Rhythmus bestimmt. Mitte Oktober war es dann so weit: Die letzten Rieslinge kamen nach Hause; zu einem Zeitpunkt, wo wir normalerweise noch mitten im Geschehen waren. Glücklich schauen wir nach einem aufregenden Jahr nun auf gefüllte Tanks und Fässer, und die Gärung der Moste ist in vollem Gang.  Die Ernte ist wegen der Frostnächte im April etwas kleiner. Damit geht aber auch immer ein Trost einher: Die Qualität ist äußerst vielversprechend und lässt auf einen guten Jahrgang hoffen! Die ersten leckeren Tropfen gibt es dann im nächsten Frühjahr zu probieren. An dieser Stelle ein herzliches, großes Danke an unser ganzes Team für wochenlanges Bücken, Schneiden, Eimer schleppen, Putzen, Aufräumen – und fröhliches Beisammensein!!!

Die ersten Weine der neuen Ernte sind im Frühjahr 2018 erhältlich. Wer es nicht abwarten kann, kann in unserem Shop die Vorräte auffüllen, um diese Zeit zu überbrücken 🙂


Wie sagt man so schön: Ein guter Jahrgang muss es sein! 😉

Schon jetzt können wir auf den Jahrgang 2017 blicken. Die nächsten 12 Wochen (so lange dauert es ungefähr von der Blüte bis zur Reife) heißt es: Fleißig sein und Daumen drücken, damit wir wieder leckere Trauben für tolle neue Weine ernten können.

Gerade scheint die Natur ungebremst zu sein und schreitet in großen Schritten voran, als wollte sie das Leben neu erfinden. Es blüht, summt und brummt an jeder Ecke. Die Kinder dieses Jahres gedeihen und wachsen. Wer einmal den Lebensmut verliert, wird hier immer wieder daran erinnert: Das Leben will leben, tanzen, lachen. Nicht immer ohne, dass es mal hier und da zwickt. Aber immer mit neuem Mut. Ach, ist es schön da draußen! Jedes Jahr wieder.


Wir lieben unsere Heimat – Sie vielleicht bald auch? ♥
Das Nahetal liegt etwas versteckt zwischen den großen Namen “Pfalz”, “Rheingau”, “Rhein-Main-Gebiet” und “Rheinhessen” im Südwesten Deutschlands. Gerne wird es mal vergessen. Es ist doch eher klein, nicht überlaufen und liegt etwas abseits der gängigen Wege. Dennoch, oder gerade deshalb ist das Nahetal ein Geheimtipp für Liebhaber deutscher Landschaften. Und dabei ist die Gegend noch nicht einmal so typisch “deutsch”. Sehr warm und trocken ist es hier im Sommer, eher mild im Winter. Mit Reben bewachsene Hügel wechseln sich ab mit schroffen Felsen, idyllischen Auen und einem mediterran anmutenden Panorama. Auch die Tier- und Pflanzenwelt scheint “nicht von hier”: Schmetterlinge, Reptilien, Kräuter und Blumen findet man hier, die man sonst eher in mediterranen Gegenden antrifft. Kein Wunder also, dass hier hervorragende Weine herkommen! Und das Schönste: Hier findet man Ruhe. Das Nahetal ist kein überlaufener Touristen-Magnet, sondern gewährt einem Rückzugsmöglichkeiten in Ecken, wo sonst kaum jemand hinkommt. Und wenn man es doch etwas lebendiger mag, ist das pulsierende Rhein-Main-Gebiet nur einen Katzensprung entfernt. Vielleicht möchten Sie ja mal auf Entdeckungsreise gehen? Dann ist unser BioLandhotel ein idealer Ausgangspunkt.

>>Was es hier zu entdecken gibt

  

  


+++Neuer Sende-Termin: 10. April, 18:30 Uhr im ZDF+++

Keine Jagd auf meinem Grundstück – unter diesem Titel steht die Sendung TerraXpress am 10.04.2016 um 18:30 Uhr im ZDF. Hierfür wurden wir im Dezember vom einem Filmteam einen Tag lang in unseren Weinbergen und unserem Wald begleitet – denn wir möchten keine Jagd auf unseren Grundstücken. Doch warum? Die Jagd ist doch Naturschutz. Die Jagd ist doch notwendig, um die explodierenden Bestände der Wildtiere (vor allem von Wildschweinen und Rehen) zu regulieren. Wildfleisch ist doch die beste Bio-Qualität, die man sich gönnen kann. Oder?

Oder etwa nicht?

Leider wirkt, was das Thema Jagd angeht,  immer noch die jahrelange Desinformation vieler Jäger und Landwirte, die ein blutiges Hobby der Allgemeinheit gegenüber unter falschen Vorwänden rechtfertigen wollen. Denn in Wirklichkeit geht es bei der Jagd weder um Naturschutz, noch um eine erfolgreiche “Regulierung” von Wildtierbeständen, auch nicht um eine notwendige “Seuchenbekämpfung”. Auch ist Wildfleisch keine ethisch vertretbare Alternative zu “herkömmlichem” Fleisch. Die Wahrheit sieht ganz anders aus.

Die Jagd ist nach der industriellen Landwirtschaft Artenfeind Nr. 2.

Die Jagd gehört nach der industriellen Landwirtschaft zu den größten Feinden unserer heimischen Flora- und Fauna-Vielfalt (vgl.: Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten – Neue ökologische Überraschungen. Verlag C.H.Beck, München, 2005). Denn die Jagd greift völlig unnatürlich in das hochsensible, natürliche Gefüge der Wildtierbestände ein. Jäger – egal wie gut ausgebildet – können die vielen Einflussfaktoren der Natur in keiner Weise nachahmen und zerstören durch ihre – im Vergleich zur Natur – unbeholfenen Eingriffe mehr, als sie helfen. Im Sinne einer nachhaltigen Ökologie kann die Natur nur durch die Natur selbst reguliert werden.

Die Jagd kann Wildtierbestände nicht regulieren.

Obwohl die Jagd in Deutschland nahezu vollflächig organisiert stattfindet, klagen Landwirte und Jäger unentwegt über explodierende Wildtierbestände. Obwohl gejagt wird?! Ja. Ganz offensichtlich erfüllt die Jagd nicht den Zweck, den sie vorgibt zu tun. Selbst Jäger müssen langsam zugeben, dass sie mit ihren Eingriffen in den Naturhaushalt mehr zerstören als helfen: Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: »Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht« (Jägerzeitung »Wild und Hund«, 23/2002). Schuld sind die unkontrollierten Abschüsse, die zu Verschiebungen in den Sozialgefügen der Wildschweine führen. Resultat sind eine verfrühte Geschlechtsreife und unkontrollierte Vermehrung. Helmut Hilpisch, Berufsjäger in Diensten der Hövel’schen Rentei, macht unmissverständlich deutlich: »Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst – zumindest dann, wenn sie in intakten Familienverbänden unterwegs sind.« Das ist nur der Fall, wenn sie nicht durch Abschüsse gestört werden. Auch bei Füchsen ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass durch die Jagd die Vermehrungsrate steigt. Werden sie in Frieden gelassen, sinken die Bestände “von alleine” auf ein gesundes Niveau mit den natürlichen Schwankungen.

Die Jagd schützt auch nicht vor Seuchen.

Die erfolgreiche Bekämpfung von Seuchen wie z.B. der Tollwut (Deutschland gilt heute als tollwutfreies Land) wurde nicht durch Jagd erzielt, sondern durch Impfköder. Eine schwerwiegende Seuche wie z.B. die Schweineseuche wurde in der Vergangenheit immer wieder durch Jäger verursacht, weil diese “Abfälle” ihres Hobbys (Kadaver, Schlachtabfälle, Lockauslagen) in der Natur verbreiten. Ist eine solche Seuche einmal aufgetreten, wird sie durch die Jagd oft noch weiter verbreitet: Da die Tiere aufgrund der Verfolgung immer fliehen, umherziehen und ihre angestammten Orte verlassen müssen (insbesondere aufgrund von Treibjagden), verschleppen sie Krankheiten und Seuchen in andere Gebiete.

Die Jagd bringt Fleisch aus Tierqual.

Oftmals ist uns nicht bewusst, wie Tiere zur Fleischgewinnung sterben. In einem Schlachthof ist die Betäubung der Tiere vor der Tötung Gesetz. Denn der Tod bedeutet Schmerz. Nach § 5 (1) des Tierschutzgesetzes ist gilt in Deutschland: »An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden.« Und was tut die Jagd? Schießen Jäger zuerst Betäubungspfeile, bevor sie mit der Flinte den Tötungsschuss geben? Nein, weit gefehlt. Es ist noch viel schlimmer. Denn bei den meisten Abschüssen sterben die Tiere noch nicht einmal beim ersten Versuch. In einem Großteil der Fälle fliehen die Tiere angeschossen, schleppen sich mit zerfetzten Körperteilen ins Dickicht und sterben dort einen qualvollen, langsamen Tod. “1 Schuss = schneller Tod” ist leider ein romantisches Ideal, das Jäger nur selten erreichen. Ist ja auch nur zu logisch, wenn man die Bedingungen bedenkt: Oft stehen die Tiere zwischen Büschen und Bäumen, weit entfernt oder rennen schnell. Wer kann da schon genau treffen? Die Jagd ist daher in den meisten Fällen Tierquälerei. Man muss also kein Vegetarier sein, um die Jagd als grausam und ethisch unvertretbar einzustufen.

Die Jagd bedeutet in Wirklichkeit: Spaß am Töten.

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« (Neumann-Neudamm, 2012) mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf:  Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit… Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen: »Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts… Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Paul Parin, Neurologe, Psychoanalytiker und selbst Jäger spricht in seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers« (Hamburg, 2003) aus, worum es bei der Jagd tatsächlich geht: »Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selbst aufhebt…«

Doch der Tod, der mit dem Beutemachen der Jäger verbunden ist, sei in der Öffentlichkeit verpönt, sagt die Redakteurin Silke Böhm von Wild und Hund (das führende Jagd-Magazin in Deutschland). »Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

Wir wünschen uns eine Natur, in der kein blutiger Krieg mehr gegen unsere heimischen Tiere geführt wird. Deshalb wollen wir keine Jagd auf unseren Grundstücken.

Hinweis: Diese Argumente sind nur ein Ausschnitt aus dem komplexen Thema der Jagd auf Wildtiere. Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen unter anderem:

>>>Wildtierschutz Deutschland

>>>Hintergründe zur Fuchsjagd

 

>>Sehen Sie hier den Beitrag live oder in der Mediathek des ZDFs.

>>Aktualisierungen zur Sendung veröffentlichen wir auf unserer FB-Seite.

>>Unsere Pressemitteilung: Jagdfreie Weinberge

 

 

 

 

 


Rebchen Wilma Zuch

Dieses tolle Bild hat uns Wilma Z. aus Norddeutschland zugesandt. Innerhalb kurzer Zeit hat das Rebchen bei ihr schon den Frühling eingeläutet.

Ein Rebhölzchen als Geschenk bei jeder Weinbestellung!

Trübe und kalt ist der deutsche Winter oft. Trocken und leblos erscheinen unsere Reben, wenn wir sie im Winter schneiden. Doch mit den ersten warmen Tagen im April, sprießt um uns herum das junge Leben aus scheinbar tristem, totem Holz.

Damit auch Sie das wunderbare Gefühl unseres Frühlings in den Weinbergen miterleben können, liegt allen Bestellungen bis zum Frühjahr ein Rebhölzchen bei. In einem schönen “Wohnzimmerexperiment” können Sie beobachten, wie das Leben langsam wieder zurückkehrt und der Frühling bei Ihnen schon etwas früher Einzug hält.

Versuchsanleitung:

  • Schneiden Sie Ihr  Rebhölzchen am unteren Ende noch einmal an (das Ende mit dem  schrägen Anschnitt) und stellen Sie es in ein kleines Glas mit Wasser auf ein Fensterbrett, idealerweise über eine Heizung.
  • Das Rebchen sollte ca. 5 cm im Wasser stehen. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage.
  • Sie erkennen wo oben und unten ist an der Richtung der Augen (Knospen). Wenn die Ansätze der Augen nach oben zeigen, haben Sie das Rebchen richtig herum im Glas stehen.
  • Üben Sie sich in Geduld. Manchmal dauert es bis zu einige Wochen, bis die Augen (so heißen die Knospen einer Weinrebe) größer werden und sich langsam die anfangs noch wollweißen Blättchen zeigen, die aber immer grüner werden. Mit etwas Glück können Sie auch schon kleine Ansätze von Trauben erkennen.
  • Noch ein paar weitere Tage und Sie können das junge Grün der Rebe beobachten – und wahrlich den Frühling begrüßen! Wenn Sie das Rebchen richtig “großziehen” möchten, sagen Sie uns einfach Bescheid. Wir sagen Ihnen, wie Sie es beim Wachsen begleiten können.

Wir wünschen Ihnen Glück und etwas Geduld (ein paarWochen), dass der Frühling unserer Weinberge auch bald zu Ihnen kommt!

Unser Geschenk für alle, denen das kleine Frühlingsexperiment geglückt ist:

Laden Sie Ihr Rebhölzchen-Bild auf facebook.com/weingut.gaenz  hoch oder schicken Sie es per E-Mail an info@gaenz.com. Jeder, der uns ein Foto schickt, erhält einen Gutschein über 5,90  € für die nächste Weinbestellung (ab 12 Flaschen). Unter allen Einsendungen verlosen wir zusätzlich 3 Überraschungspakete mit je 6 Flaschen!


Teilnahmebedingungen: 1 Teilnahme pro Person, keine Barauszahlung des Gutscheins oder Gewinns. Mit der Einsendung erklären Sie sich einverstanden, dass Ihr Bild im Rahmen des Gewinnspiels veröffentlicht wird. Einsendeschluss: Mitte April


Über eine halbe Million Füchse werden jährlich in Deutschland erschossen – und das ohne Schonzeit (d.h. Monate, wo die Jagd rechtlich verboten ist). Lediglich während der Aufzucht der Jungen sollten Jäger auf das Nachstellen der Elterntiere verzichten. In der Realität bedeutet das: Höchstens die Weibchen und Welpen werden von Jägern in der Sommerzeit verschont (wenn sich der Jäger überhaupt daran hält) – weil man davon ausgeht, dass der Fuchsvater sich nicht um den Nachwuchs kümmert. Das ist leider nicht mehr als ein Trugschluss: In jüngerer Zeit konnte die Wissenschaft immer wieder nachweisen, welch enge Familienbande die Füchse zusammenhält und ihr Überleben sichert – und dazu gehören auch die Väter! Während diese wunderschönen Tiere jeden Tag für ihr Überleben kämpfen, werden sie vom Menschen somit das ganze Jahr über schonungslos verfolgt: Jährlich finden in vielen Jagdgebieten in Deutschland sogenannte “Fuchswochen” statt, bei denen es nur darum geht, möglichst viele Füchse zu erschießen. Viele Jäger geben sogar zu: Bei der Jagd auf den Fuchs geht es vor allem um den Spaß – und das gesellschaftliche Miteinander. Wenn die Füchse nicht gerade bei feierlichen Gesellschaftsjagden um ihr Leben ringen, werden sie bei der Baujagd von Hunden aus ihren Bauen getrieben, um sie direkt vor die Flinten zu jagen.

Vonseiten der Jagdfreunde wird immer wieder die Notwendigkeit der Fuchsjagd betont, wobei man sehr schnell feststellt, dass der Spaß an der Jagd an erster Stelle steht. Gleichzeitig werden als Rechtfertigung für das blutige Hobby viele vermeintliche Gründe angeführt: Der Fuchs sei ein Überträger von Krankheiten, der Fuchs sei eine Gefahr für Haustiere, der Fuchs vermehre sich ungezügelt, wenn er nicht bejagt würde.

All diese Vorurteile und Vorwände lassen sich leicht aushebeln:

  • Deutschland ist schon lange tollwutfrei (bestätigt durch die WHO) – einzig die Angstmacherei vor dieser Krankheit existiert noch. Auch die Gefahr durch den Fuchsbandwurm ist übertrieben: Jährlich sterben mehr Menschen bei Unfällen durch Jagdwaffen als durch den Fuchsbandwurm! Müssen dafür über eine halbe Million Füchse (Dunkelziffer weit größer) sterben?
  • Für ausgewachsene Katzen und Hunde sind Füchse keine Gefahr. Bei jungen Kätzchen, Hasen, Kaninchen, Gänsen, Hühnern etc. sollte einfach dafür gesorgt werden, dass sie nachts gesichert untergebracht sind.
  • Die Wissenschaft und Praxis zeigen eindrucksvoll: Füchse vermehren sich mehr, je mehr sie bejagt werden. Wird die Fuchsbestände nicht durch Jagdwaffen künstlich eingegriffen, pendelt sich sehr schnell der für die Natur richtige Fuchsbestand mit seinen natürlichen Schwankungen ein.

Nicht umsonst wurde Anfang diesen Jahres in Luxemburg die Jagd auf Füchse verboten – weil die Jagd keinen nachvollziehbaren Grund hat und grausam ist. Diesem Fortschritt können wir uns nur anschließen und sagen: Du bist willkommen, lieber Fuchs!

Für weitere Informationen empfehlen wir den Informationsflyer “Unser Freund, der Fuchs”.

 

 


Ein wahrer Baumeister ist der Grimbart: Bis zu 30 Meter Durchmesser kann sein Bau mit unterirdischem Höhlensystem haben. Dabei ist er nicht nur ein fleißer Buddler. Er ist auch ein geübter Statiker, plant beim Bau Luftzufuhrleitungen wie auch Notein- und Ausgänge ein, und weiß sich auch im kalten Winter zu helfen: Mit allerlei organischem Material bettet er das Zentrum seines heimeligen Zuhauses aus, damit der Komposteffekt für eine wohlige Wärme sorgt. Der Bau eines Dachses kann ein solches Meisterwerk sein, dass er über Generationen weitergegeben wird. Man weiß sogar von Dachsbauen, die über 100 Jahre genutzt werden!

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Dachsbaue können über 100 Jahre lang von vielen Generationen bewohnt werden.

Dachs und Fuchs – eine schicksalsreiche Verbindung

Auch wenn er dem Menschen gegenüber sehr scheu ist, gründen Dachsfamilien mitunter auch mal eine Wohngemeinschaft mit Füchsen. Leider ist ihm diese Nähe zum Fuchs in der Vergangenheit zum schlimmen Verhängnis geworden: In den 70er Jahren wurden allerlei Fuchsbauten samt ihrer Bewohner vergast – womit natürlich neben den Füchsen auch die Grimbärte ums Leben gekommen sind.

Abgesehen von den Eingriffen des Menschen funktioniert die Gemeinschaft zwischen Füchsen und Dachsen wunderbar. Auf jeden Fall passt der Dachs gut in die Gänge eines Fuchsbaues – und umgekehrt. Die beiden haben nämlich ungefähr dieselbe Körpergröße. Ansonsten unterscheidet Fuchs und Dachs doch so einiges: Der Dachs ist nämlich zoologisch betrachtet ein Marder – der größte unserer heimischen Natur. Sein Fell ist grau, ansonsten wechseln sich schwarz und weiß kontrastreich ab. Besonders malerisch ist die markante Maske, an der man den Dachs so gut erkennen kann – wenn man ihn denn einmal zu Gesicht bekommt.

Eine Heimat für Dachse

Wie auch der Fuchs dürfen Dachse in Deutschland gejagt werden. Mehr als 50.000 fallen der sinnlosen Spaßjagd zum Opfer. Und nicht nur das: Häufig wird er Opfer gemeiner Fallen, weil es selbst für Jäger schwierig ist, den nachaktiven Grimbart vor das Fadenkreuz zu bekommen. In den Fallen ziehen sich Dachse schwere Verletzungen zu und sterben oft einen sehr qualvollen Tod.

Um so wichtiger ist es, dem Dachs ein Stück Heimat zu gewähren, in der er leben darf. Dafür braucht er unbedingt schöne Busch- und Heckenstrukturen, abwechslungsreiche Waldränder und eine nicht all zu “aufgeräumte” Landschaft, wo er in Ruhe Obst, Samen, Insekten, Wurzeln und Knollen aufstöbern kann.