Der Star ist Vogel des Jahres 2018

Der STAR IST VOGEL DES JAHRES 2018 und zeigt uns, was in unserer Welt verkehrt läuft: Rund 1 Million Brutpaare dieses schillernden Vogels hat Deutschland in den letzten beiden Jahrzehnten verloren. Grund dafür sind wieder einmal vor allem: die industrielle Landwirtschaft, die fast keinen Raum mehr für wilde Hecken, alte Bäume und bunte Wiesen lässt. Dem Star fehlen Brutplätze und Insekten als Nahrung. Gibt es keine Insekten mehr, gibt es bald auch keine Vögel mehr, die von ihnen abhängig sind.

Als Weinbauregion kommt in unserer Gegend erschwerend hinzu: Der Star gilt als Schädling für die Trauben im Herbst. Ab August wird er mit minütlichen Schreckschüssen aus der Region verscheucht (die auch für uns Menschen eine Zumutung sind). Die Schwärme ziehen unruhig umher und finden kaum einen Platz, wo sie rasten und ruhen können. Der folglich hohe Kalorienverbrauch, lässt sie noch hungriger werden – und Verluste für Obstbauern noch größer. Gleichzeitig schmilzt die Gesamtzahl der Vögel wie Eis in der Sonne: Wo wir vor 20 Jahren noch riesige, wunderschöne Wolken von Vögeln am Himmel beobachten konnten, sind es heute nur noch kleine Trupps, die hier und da auftauchen. Zweifelsohne kann ein Schwarm von Staren in einem Weinberg für einen einzelnen Landwirt großen finanziellen Schaden anrichten. Aber die Art und Weise, wie er nahezu gänzlich aus unseren Leben verdrängt wird, wird uns irgendwann noch viel teurer zu stehen kommen, als der kurzfristige Verlust in einem Erntejahr. Jede Art, die in unseren Ökosystemen verloren geht, ist ein unwiderruflicher Verlust, der unsere eigene Lebensgrundlage langfristig gefährdet.

So traurig all dies ist, freuen wir uns, dass auf unserem Hof jeden Herbst immer wieder Stare einen Platz zum Rasten finden – und Trauben, die sie satt machen. Wir wünschen uns so sehr, dass dies immer so bleiben wird.

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