Trübe und kalt ist der deutsche Winter oft. Trocken und leblos erscheinen unsere Reben, wenn wir sie im Winter schneiden. Doch mit den ersten warmen Tagen im April, sprießt um uns herum das junge Leben aus scheinbar tristem, totem Holz.

Damit auch Sie das wunderbare Gefühl unseres Frühlings in den Weinbergen miterleben können, liegt allen Bestellungen bis zum Frühjahr ein Rebhölzchen bei. In einem schönen “Wohnzimmerexperiment” können Sie beobachten, wie das Leben langsam wieder zurückkehrt und der Frühling bei Ihnen schon etwas früher Einzug hält.

Versuchsanleitung:

  • Schneiden Sie Ihr  Rebhölzchen am unteren Ende noch einmal an (das Ende mit dem  schrägen Anschnitt) und stellen Sie es in ein kleines Glas mit Wasser auf ein Fensterbrett, idealerweise über eine Heizung.
  • Das Rebchen sollte ca. 5 cm im Wasser stehen. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage.
  • Sie erkennen wo oben und unten ist an der Richtung der Augen (Knospen). Wenn die Ansätze der Augen nach oben zeigen, haben Sie das Rebchen richtig herum im Glas stehen.
  • Üben Sie sich in Geduld. Manchmal dauert es bis zu einige Wochen, bis die Augen (so heißen die Knospen einer Weinrebe) größer werden und sich langsam die anfangs noch wollweißen Blättchen zeigen, die aber immer grüner werden. Mit etwas Glück können Sie auch schon kleine Ansätze von Trauben erkennen.
  • Noch ein paar weitere Tage und Sie können das junge Grün der Rebe beobachten – und wahrlich den Frühling begrüßen!
  • Wenn Sie das Rebchen weiterpflegen möchten, können Sie zunächst 2 Esslöffel Sand und Erde in das Glas geben und das Wasser darüber weiterhin regelmäßig wechseln.
  • Wenn Wurzelansätze zu erkennen sind, ist es Zeit, das Rebchen in einen Topf zu pflanzen.
  • Wenn Ihr Rebchen bis dahin weiterhin so schön gedeiht, können Sie ab Mai den Versuch wagen und es nach draußen pflanzen.
    Wichtig wäre, dass an dem neuen Ort keine Frostgefahr mehr besteht. Oder Sie halten es erst einmal auf der Terrasse in der Nähe der Hauswand. Wir drücken die Daumen für Sie und Ihr Rebchen!

Wir wünschen Ihnen Glück und etwas Geduld (ein paar Wochen), dass der Frühling unserer Weinberge auch bald zu Ihnen kommt!


Nachdem wir im letzten November ein wunderschönes Tasting mit pflanzenbasierten Käsen und unseren Weinen mit der wunderbaren Jane TichyWullems von Jane’s Kitchen hatten, gibt es im Februar eine Neuauflage:

Mittwoch, 19. Februar 2020 von 19:00 bis 21:00

DER KLEINE MANN MIT DEM BLITZ

Kleine Rittergasse 11, 60594 Frankfurt am Main

Tickets: www.janeskitchen.de

 

Ein paar letzte Plätze gibt es noch. Wir freuen uns auf alle, die mit uns in unbeschwerter Atmosphäre probieren und genießen möchten!

 


 

Es fühlt sich schon fast nach Frühling an. Und das, obwohl wir nach dem Kalender mitten im Winter stecken müssten. Auch wenn der Winter vielleicht noch einmal kommt, ist jetzt die richtige Zeit, einige Dinge draußen auf das neue Jahr vorzubereiten!

Wie man sein Haus mit Meise und Spatz teilen kann

Der milde Spätwinter ist die ideale Zeit, bestehende Nistkästen der Vögel zu reinigen und bestenfalls noch neue nach draußen zu bringen. Mancher fragt sich wahrscheinlich zu Recht, warum unsere Vögel überhaupt Nistkästen brauchen. Die können doch selbst etwas bauen. Ja, Amseln oder Finken z.B. bauen sich selbst Nester. Die sind meist napfförmig, finden sich in Büschen und werden aus Zweigen, Moos und Haaren fein säuberlich “verwebt” . Viele unserer heimischen Vögel sind dagegen “Höhlen-” oder “Halbhöhlenbrüter”. Dazu gehören viele Meisenarten, Kleiber, Star, Spatz, Hausrotschwanz oder Gartenrotschwanz. Sie nisten in alten Baumhöhlen oder eben in Lücken und Ritzen an Gebäuden. Gerade diese Arten leben nämlich auch oft in der Nähe des Menschen. Nun haben wir in unserer heutigen Zeit oftmals kein Verständnis mehr für alte, manchmal halbmorsche Bäume, in denen Höhlen und Löcher Lebensraum schenken. Auch sind unsere heutigen Häuser nicht mehr verwinkelt, aus einzelnen Steinen gebaut (wo auch mal einer beschädigt sein kann), oder mit Ritzen unter dem Dach versehen. Häuser, die neu gebaut sind, sollen möglichst keine Schlupflöcher bieten und hermetisch gegen die Außenwelt abgeschirmt sein. Doch damit nehmen wir gerade den Tieren den Lebensraum, die uns in unseren menschlichen Kulturen so viele Jahrhunderte gefolgt sind. Nun muss das aber kein Ende des gemeinsamen Lebensraums von Mensch und Vogel sein!

Fehlende Nistplätze sind neben dem Insektensterben ein Grund für den Rückgang der Vögel

Mit Nistkästen aller Art können wir den gefiederten Freunden in unserer Umgebung das Leben schön machen. Denn das Fehlen von Nistmöglichkeiten gehört neben dem Insektensterben zu einem Hauptgrund, warum unsere heimischen Vögel gefährdet sind. Mit den richtigen Nistmöglichkeiten und bestenfalls ganzjähriger Fütterung kann man sehr schnell den Vogelarten in seiner Umgebung helfen und kommt selbst zudem noch in den Genuss eines beeindruckenden Naturerlebnisses: Vögel beim geschäftigen Treiben und der ersten Flugversuche beobachten zu können.

Bei der Frühlingsreinigung findet man weich gepolsterte Betten.

Hundehaare werden sehr gerne in kuschelige Nester verwoben.

Manchmal weckt man bei Aufräumarbeiten Insekten, wie hier Marienkäfer. Daher sollte man erst bei milden Temperaturen kurz vor Frühlingsbeginn aufräumen.

Spatzen leben gerne in Gesellschaft. Deshalb bieten wir ihnen diese kleine Reihenhaus-Siedlung an. Wir hoffen, dass sie ihnen gefällt!

Worauf sollte man achten? Ein guter Nistplatz steht und fällt mit dem Material des bereitgestellten Nistkastens. Bestenfalls bestehen diese aus isolierendem Holzbeton oder gegossenem Bims. Diese Nistkästen sind unverwüstlich und schützen die kleinen Vögel sowohl bei Kälte und auch bei hochsommerlich heißen Temperaturen. Ein Nistkasten aus Holz funktioniert natürlich auch. Nur ist die Lebensdauer hier wegen Verwitterung eingeschränkt. Und am falschen Platz (z.B. in der prallen Sonne), kann Holz nicht ausreichend schützen. Daher ist auch die Wahl des Standplatzes elementar. Wir können nie genau wissen, welcher Platz den Vögeln am besten gefällt. Doch in jedem Fall sollte man den Nistkasten mit der Öffnung zur wetterabgewandten Seite aufhängen. In den meisten Fällen ist die südöstliche Richtung die richtige Wahl. Er sollte auf ca. 1,80 m angebracht sein (mindestens Augenhöhe) und bestenfalls nicht erreichbar für Katzen, Wiesel, Marder etc. sein. In solchen Fällen kann man auch einfache Klettersperren anbringen.

Und natürlich: Der Kasten sollte für die Arten, die im eigenen Garten heimisch sind, geeignet sein (die Größe des Einflugloches ist für viele entscheidend).

Wie kann man Vögel noch unterstützen?

Wer Vögel unterstützen möchte, sollte das tun, was allen Tierarten hilft: Den Garten zum Lebensraum werden lassen. Dazu gehört:

Blumenwiesen statt Rasenfläche

Moderne Rasenflächen bieten ähnlich wertvollen Lebensraum wie Schotterwüsten – außer, dass hier das Regenwasser noch absickern kann, fühlt sich kaum ein Tier hier wohl. Es gibt wunderbare Gras-Kräuter-Mischungen heimischer Saatgut-Vermehrer, die Vielfalt auf die Wiese bringen. Wichtig: Eine Wiese sollte hoch wachsen dürfen. Der Rasenmäher darf hier ruhig einmal im Schuppen stehen bleiben.

Wildblumen statt Zuchtformen

Viele Blumen der üblichen Gartencenter sind gezüchtete Formen, die gefüllte Blüten haben. Gefüllte Blüten sind jedoch schwer, manchmal gar nicht zugänglich für Insekten. Sie locken daher viele Tiere an, die jedoch sprichwörtlich vor geschlossener Tür verhungern. Wählen Sie daher am besten die Wildform der Zuchtblumen. In den meisten Gartencentern suchen sie diese vergebens. Der Wildpflanzengärtner Ihres Vertrauens hat eine gute Auswahl.

Steingarten statt Schotterwüste

Viele verwechseln den wertvollen Lebensraum des Steingartens, in dem Trockenheit liebende Pflanzen wachsen und viele Insekten Lebensraum finden, mit den heute modernen Schotterwüsten, die mit Unkrautsperren von der Lebenskraft des Bodens abgeschottet werden. Möchte man also einen steinigen Garten (weil man es schön findet oder weniger Aufwand haben möchte) sollte man sich mit dem Lebensraum Steingarten auseinander setzen.

Heimische Sträucher statt steriler immergrüner Sträucher und Koniferen

Die meisten Koniferen und immergrünen Sträucher dienen nur dem Auge: Als Sichtschutz oder als grüne Insel im Winter. Die meisten Arten sind jedoch nutzlos für die heimische Fauna. Ersetzen Sie nach und nach ihre Sträucher durch heimische Arten. Ihr Wildpflanzengärtner hilft Ihnen bei der Auswahl wirklich schöner Alternativen.

Herbst- und und Winterruhe statt Aktionismus

Gerne wird im Herbst der Garten “winterfest” gemacht. Für Wasserleitungen darf das zutreffen. Aber nicht für Pflanzenreste, Laub und Blütenstände. Die sollten über Winter im Garten genau so verbleiben, wie sie sind. Denn sie sind die Lebensversicherung für viele Tiere, um erfolgreich über den Winter zu kommen, allen voran für die Insekten. Diese verkriechen sich z.B. in Blütenständen oder im Laub. Viele unscheinbare Puppen der brillanten Schmetterlinge, die wir im Sommer so bewundern, überwintern z.B. auch oft an Stängeln von vertrockneten Pflanzen. Dass unsere heimischen Pflanzen im Winter braun und vertrocknet aussehen, ist völlig normal und zudem das Kapital des Lebens für das kommende Jahr!

Ganzjährige Fütterung

Als Landwirte kannten wir noch die Zeiten, in denen Spatzen in jeder Ecke saßen und in der Scheune Weizenkörner ohne Ende geklaut haben. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute wird Getreide in geschlossenen Silos gelagert, an die kein Tier mehr herankommt. Spatzen findet man daher fast nur noch dort, wo es Pferde oder Hühner gibt. Sie sind auf ein ganzjähriges Futterangebot angewiesen. Aber auch all die anderen Arten leiden unter akutem Futtermangel: Auf konventionell bewirtschafteten Feldern finden sich zu wenige Wildkräuter, Ackersäume werden niedergemacht. Die Vielfalt des Futterangebots an Samen ist dramatisch gesunken. Und natürlich auch das große Insektensterben schlägt sich auf das Überleben der Vogelarten nieder: Je weniger Insekten, desto weniger Vögel. Mit ganzjähriger Fütterung kann man daher die heimischen Vogelarten unterstützen, so lange, bis die Ursache des Vogelsterbens behoben ist. Das wird dann sein, wenn wir wieder buntere Landschaften mit mehr Struktur, mehr Biodiversitätsflächen und lebensfreundlichere Gärten haben.

 


Gestern Abend waren wir zu Gast bei der Podiumsdiskussion mit unserer rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Thema “Faire Welten – Wie wir auch morgen noch ein gutes Leben haben können”. Als Gaststimme durften wir aufzeigen, was es heißt, ein #BIOHOTEL zu sein und wie sehr uns der Schutz der #Artenvielfalt in der #Landwirtschaft am Herzen 💚 liegt.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Faire Welten für diesen inspirierenden Abend mit herausragenden Rednern und einem super engagierten Publikum! Wir freuen uns auf eine tolle Zukunft in unserem schönen Bundesland!

Tipp: Am Wochenende findet die Messe Faire Welten in Mainz statt. Da gibt’s leckeres Essen, tolle nachhaltige Mode und vieles mehr zum nachhaltigen Lifestyle 🤗


Wir machen nicht nur Wein, sondern bauen zwischen unseren Weinbergen in traditioneller Dreifelderwirtschaft hochwertiges Getreide an – natürlich auch in Biolandqualität! Das Getreide bringen wir ganz in unserer Nähe zu einer Biomühle, die es mahlt und Biobäcker der Region mit Mehl versorgt. Die Halme und abgedroschenen Ähren pressen wir zu wunderschönem, goldenem Stroh 🌾
Auf unserem Hofgrundstück mähen wir die Wiese ganz schonend mit dem Mähbalken an unserem Oldtimer und pressen daraus nach einigen Tagen Wartezeit Heuballen. Mit dem Rasenmäher oder Mulcher würden durch die rotierenden Messer viele Insekten getötet. Mit einem glatten Schnitt wie beim Mähbalken oder einer Sense bleiben die Tiere unverletzt. 🦋🐝🐞🦗 So fördern wir ganz insektenfreundlich den Artenreichtum auf der Wiese, damit es nächstes Jahr wieder ganz bunt blüht!


Mit der Sommersaison 2018 gibt es bei uns noch mehr zu entdecken und vor allem: Platz zum Genießen und Entspannen!

Unser neues Wasser-Biotop ist ein idyllischer Ort auf unserem Hof, wo man gemütlich in der Sonne sitzen, Libellen beobachten und das Wasser genießen kann. Mit einem Glas Wein wollen laue Sommerabende hier gar nicht mehr aufhören 🙂

Dieser Teich ist in vielfacher Hinsicht etwas Besonderes. Denn er bietet einen wertvollen Lebensraum für die Natur und kommt ohne die übliche Technik (die auch bei Natur-Badeteichen Standard sind) aus.

Das Hauptbecken (abgegrenzt durch die Holzbalken) und die bepflanzte Regenerationszone sind ein Biotop, das Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten ist. Die sorgsame Auswahl heimischer Wildpflanzen sorgt dafür, dass sich das Wasser auf natürliche Weise reinigt – ganz ohne Chlor und Filteranlagen. Die Holzkonstruktion ermöglicht es dem Wasser, ständig zwischen dem tieferen Wasserbereich und der bepflanzten Uferzone, welche das Wasser reinigt, zu zirkulieren. Ganz ohne Pumpen (was viele Lebewesen zerstört) findet ein ständiger Austausch der Wasserzonen statt, und das Wasser ist klar und sauber.

Das natürliche Umfeld ist somit auch Lebensraum für viele Tierarten, die für ein ökologisches Gleichgewicht sorgen: Libellen tummeln sich über der Wasseroberfläche, ihre Larven huschen durch das Wasser. Wasserschnecken reinigen die Holzkonstruktion und ernähren sich von Algen, die Frösche sorgen dafür, dass Mücken keine Überhand nehmen. Die Wasserläufer sind die Gesundheitspolizei des Teiches: Sie reinigen die Wasseroberfläche. So ist der Wohlfühlort für den Menschen auch gleichzeitig ein wertvolles Biotop für eine Vielzahl von Arten.


“An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. […] Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen.” (Josef Reichholf in der SZ vom 28.03.2018)

Die einzige Chance, den Feldhasen (und nicht nur ihn!) auf lange Sicht zu erhalten und seine natürlichen Bestände wieder zu erreichen besteht darin,

  • Gifte aus der Landwirtschaft zu verbannen (d.h. mindestens eine biologische Landwirtschaft)
  • mehr Brachflächen anzulegen (statt weiterer Baugebiete und noch größerer Agrarflächen)
  • die Wiesenmahd auf zwei jährliche Termine zu reduzieren (und erst nach Juni)
  • die Jagd auf Hasen zu verbieten
  • Freizeitaktivitäten in der Natur strenger zu regeln (Verbot von freilaufenden Hunden, kein Mountainbiken u.ä. querfeldein etc.).

Ausführlich erläutert Josef H. Reichholf in der der Süddeutschen Zeitung vom 28.03. den Widersinn unseres heimischen Artenschutzes und den Untergang unserer Natur, wenn nicht schleunigst eine Kehrtwende unternommen wird.

http://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-verdraengt-und-vergiftet-1.3923261

 

Verdrängt und vergiftet

Während der Tod eines Nashorns Schlagzeilen macht, gehen Wildtiere in Deutschland kaum bemerkt zugrunde.

Von Josef H. Reichholf

An Ostern fällt es besonders auf, dass hierzulande die Hasen selten geworden sind. Es gehört vielerorts schon zu den Überraschungen, einen Feldhasen oder gar mehrere zu sehen. Dabei liegt die Flur offen da zur allseitigen Einsicht, denn Hecke und Ackerrain nehmen kaum noch die Sicht. Den Hasen fehlt die Deckung. Aber nicht nur; auch an Nahrung mangelt es ihnen. Wie den Rebhühnern, die so rar geworden sind, dass man sie nur noch vom Hörensagen kennt.

Und der bayerische Frühlingshimmel hängt auch nicht mehr voller Lerchen. Wer welche sehen möchte, sollte zum Beispiel zum Münchner Flughafen fahren und versuchen, Blicke aufs weite Gelände neben den Start- und Landebahnen zu werfen. Da gibt es sie; nur mit dem Hören des jubilierend feinen Lerchengesangs tut man sich dort schwer.

Am Flughafen und auf ähnlichen Flächen hüpfen außerdem spatzenähnliche Vögel am Boden herum. Das helle Goldgelb des Gefieders der Männchen weist sie als Goldammern aus. Auch sie lassen sich sonst kaum noch sehen auf den Fluren, die einst voller Leben waren. Aber es wundert nicht, dass die heimischen Wildtiere ihre angestammten Lebensräume verlassen, die Menschen machen sie ihnen unwirtlich. Gerade in diesen Wochen zum Beispiel werden die Felder wieder geflutet mit Gülle. Das stinkt zum Himmel. Doch stattdessen wird nur über die schlechte Luft in den Städten diskutiert. In diese zieht es nun auch unsere Tierwelt, weil es sich dort besser lebt. Arten, die das nicht können, weil sie größere Freiräume brauchen, gehen zugrunde. Wie die Hasen, von denen es inzwischen mehr Versionen in Schokolade gibt als lebendige.

Doch wen interessiert das? Schlagzeilen macht stattdessen das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn. Vor kurzem musste es eingeschläfert werden, weil es zu krank war und ohnehin nicht mehr in der Lage, zur Erhaltung seiner Unterart beizutragen. Zwar handelte es sich “nur” um eine Unterart, aber diese war vor einem halben Jahrhundert über fast das ganze Afrika nördlich des Äquators verbreitet. Von der südlichen Unterart gibt es noch einige Tausende, allerdings leben diese eingesperrt in Jagdfarmen. In Freiheit überleben sie nicht, den Wilderern fallen mehr zum Opfer als Jungnashörner nachwachsen.

Dabei fließen seit Jahrzehnten Millionen an Spenden nach Afrika, um dort die Tierwelt zu retten. Dennoch schrumpfen die Bestände der Elefanten und anderer wilder Großtiere. Dort wird sogenanntes “Buschfleisch” offen feilgeboten, sogar solches, das von Menschenaffen stammt. Afrika ist eben nicht zivilisiert genug für den Artenschutz, könnte man denken. Wirklich?

Nehmen wir uns Bayern als Vergleichsfall vor: Im Bayerischen Wald wurden vor nicht allzu langer Zeit äußerst rare Luchse, die mit viel Geld wieder eingebürgert worden waren, gemeuchelt. Angeblich lässt sich nicht herausbekommen, wer der oder die Täter waren. Die Luchse wurden umgebracht, weil sie Rehe zum Leben brauchen. Davon gibt es zwar im Freistaat so viele, dass die Abschusszahlen für Jäger seit Jahrzehnten nicht ausreichen, um die Bestände auf das von den Waldbesitzern und Landwirten geforderte tragbare Niveau herunterzudrücken. Aber für den Luchs darf offenbar nichts abfallen.

Wilde Tiere sollen in Afrika erhalten bleiben – Hauptsache nicht auf unseren Kulturflächen

Und der erste Bär, der nach mehr als einem Jahrhundert törichterweise nach Bayern eingewandert war, durfte auch nicht bleiben. Er war ein Problembär, da ohne Grenzkontrolle und Erlaubnis gekommen, und wurde geradezu standrechtlich erschossen. Dabei hatte er keinem Menschen etwas zuleide getan. Seit Brunos Tod wagte es kein weiterer Bär mehr nach Bayern. Gut so, denn hierzulande ist man nicht so tolerant wie in Italien, Slowenien oder gar in Rumänien. Bayern wähnt sich als Kulturland, in dem der Bär keinen Platz mehr hat.

Und was ist Italien? Was sind Spanien, Frankreich, Tschechien, Polen? Es wird deren Leitkultur zugerechnet, dass dort Bären, Luchse und, kaum zu glauben, auch Wölfe frei leben dürfen, ohne dass die Landeskultur zusammenbricht. Bei uns müssen sich Wölfe dagegen mit den Flächen begnügen, die zum Üben von Krieg beiseitegestellt worden sind. Wo scharf geschossen wird, aber nicht auf die Tiere, da leben sie, und das sogar einigermaßen gut. Nun sind aber auch Truppenübungsplätze begrenzt. Und vermehren sollten sich diese in der Kulturlandschaft untragbaren Tiere freilich nicht – obwohl dies zur Arterhaltung notwendig wäre.

Die Willkommenskultur außerhalb der militärischen Sperrgebiete war schon mit dem Biber erschöpft, dessen erfolgreiche Wiederkehr die Naturschutzverbände kaum noch öffentlich kundzutun wagen. Denn Biberschäden werden als untragbar dargestellt, auch wenn sich die Verluste an Zuckerrüben oder Mais nicht einmal im Promillebereich bemessen lassen. Es genügt, dass die Biber Bäume umnagen, die für die Kettensägen noch nicht an der Reihe waren.

Die Toleranz der Menschen für ihre einstigen engen Nachbarn wird immer geringer. In einer norddeutschen Zeitung war unlängst ein Text zu lesen, in dem sich die Autorin darüber beklagte, dass Gänse über die Stadt flogen. Ein norddeutsches Problem? Nein, auch im Süden der Republik machen Gänse regelmäßig Schlagzeilen, weil Gänsedreck unhygienisch sei. Aber was ist dann mit der Gülle? Ihre Mengen sind so riesig, dass sie längst ein Mehrfaches der menschlichen Abwässer ausmachen. Doch während diese teuer geklärt werden, darf das Land mit der braunen Soße überschwemmt werden. Und so manche innerstädtische Fläche wird mit Glyphosat oder anderen Mitteln gespritzt, damit Unerwünschtes nicht wächst. Wir sind eben ein Kulturvolk.

Zum Ausgleich für unsere Vollkultur fahren wir dann nach Afrika, wo für uns die wilden Tiere erhalten werden sollen. Damit wir in unberührter Natur Löwe und Leopard, Elefant und Nashorn beobachten können. Deshalb dürfen dort die Wildhüter auf die Wilderer schießen. Dass von den Nationalparks angeblich auch die lokale Bevölkerung profitiert, stimmt uns zufrieden – ob es stimmt oder nicht. Es ist ja einfach zu schön in Afrikas Wildnis. Zuhause geben wir uns damit zufrieden, Hirsche in Wildgattern, Luchse im Zoo und Wölfe im Fernsehen zu erleben, wie sie durch die mondhelle Nacht irgendeiner fernen Wildnis streifen. Hauptsache nicht die unsrige.

Derweilen beißt in Deutschland alle paar Minuten ein Hund einen Menschen, immer wieder gibt es sogar Tote durch Hundebisse. Aber gefährlich ist natürlich der Wolf.

 

 


Buchvorstellung “Château Mort” von Alexander Oetker

Winzer ist ja eigentlich ein Tramberuf: Viel Arbeit an der frischen Luft – und dann noch die Beschäftigung mit der zweitschönsten Nebensache der Welt: Dem Wein.

Autor zu sein, ist aber auch ein Traumberuf: Man ist sein eigener Chef, schreibt im Café oder auf einer Trauminsel und sieht später seinen Namen auf einem edlen Druckerzeugnis.

Das BioWeingut in Hackenheim hat die Königsdisziplin gepackt: Von hier kommen nicht nur die wunderbaren Gutsweine der Familie Gänz – die Winzer haben es auch vermocht, dass ihnen in einer gedruckten Bestsellerreihe gedankt wurde.

Und das kam so:

Alexander Oetker ist Fernsehjournalist in Berlin – und Autor. Er schrieb vor über einem Jahr am zweiten Fall seiner Erfolgsreihe um den französischen Commissaire Luc Verlain. Ein Buch, in dem es um die Weine in Bordeaux in Südwestfrankreich geht. Der Verlag drängelte, das Manuskript sollte abgegeben werden. Doch erst machte ein Fluglotsenstreik in Frankreich es unmöglich, vor Ort im Bordelais zu recherchieren, beim zweiten Mal dann eine schwere Grippe – ausgerechnet zur Erntezeit der Trauben.

Sein Job als Reporter brachte Oetker nach Kallstadt in der Pfalz, auf den Spuren von Donald Trump, kurz vor seiner Wahl zum Präsidenten.

Kurzerhand klingelte bei Familie Gänz in Hackenheim das Telefon: Oetker wollte mit seinem Kameramann im hauseigenen Hotel übernachten – und bat die Winzer um Sarah Gänz, ihm bei seinen Recherchen zu helfen. Er müsse rasch alles über den Weinbau erfahren – über den Weg von der Traube zur Flasche.

„Ich hatte ja lange aus Frankreich für einen Fernsehsender berichtet und dort natürlich allerhand über Weinbau erfahren“, erzählt Oetker lachend, „aber vieles war mir einfach schon wieder entfallen.“

Sarah Gänz sagte kurzerhand zu. Und eine Woche später gab es dann das Treffen inklusive Führung durch die Produktion und Weinprobe.

„Es war unglaublich spannend, weil ich genau zur richtigen Zeit da war. Alle Kessel blubberten, weil der Gärprozess der Trauben gerade im vollen Gange war. Familie Gänz hat mir die Arbeit am Wein wunderbar erklärt, so dass ich noch am selben Tag am Kapitel weiterschreiben konnte.“

„Château Mort“ – so heißt das Buch, das am 14. März in den Handel kommt. Es beginnt auf dem wohl kuriosesten Marathon der Welt im Weinbaugebiet Médoc. Nicht nur sind die Läufer hier verkleidet, es gibt während der über 42 Kilometer auch immer wieder Rotwein in den Gärten der Châteaux zu trinken. „Ich habe zweimal als Korrespondent über diesen Lauf berichtet und konnte es kaum glauben“, sagt Oetker. „Aber die Franzosen verbinden eben selbst den schweißtreibendsten Sport mit angenehmen Getränken.“

Im Buch bekommt der Wein allerdings einem der Läufer nicht so gut, er bricht tot zusammen.

Familie Gänz aus Hackenheim konnte das Buch schon zwei Monate vor Erscheinen lesen und waren begeistert. „Wein an sich ist schon ein so spannendes Thema, für uns als Winzer jedes Jahr wieder. Als deutsches Bioweingut einen Wein-Krimi, der in Frankreich spielt, zu inspirieren ist uns eine besondere Ehre.“

Winzer und Autor – das war in Hackenheim eine gewinnbringende Zusammenarbeit, für zwei schönste Nebensachen der Welt: Wein und Bücher.

 

Das Buch erscheint am 14. März im Verlag Hoffmann und Campe.

Bildquelle: Alexander Oetker


Auch in diesem Jahr sind wir wieder mit unserem leckeren hausgemachten Glühwein auf dem Bio-Weihnachtsmarkt beim Naturheilmittel-Hersteller Hevert in Nussbaum vertreten. Es erwarten Sie individuelle Stände von Handwerkern und Küchenfeen aus der Region,liebevolle Geschenkideen und Köstlichkeiten, umrahmt von einem bezaubernden Ambiente. Wir freuen uns auf Sie!

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie [hier].


2. und 3. Dezember – Samstag und Sonntag – jeweils von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Für die Weihnachtstage den passenden Wein finden? Kein Problem! Bei unseren Wein-Probiertagen auf dem Weingut stehen all unsere Weine in weihnachtlicher Atmosphäre bereit zum Probieren und Kennenlernen. Wir packen Ihre Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie und beraten Sie bei der Weinauswahl.

Wir freuen uns auf Sie!