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Rehwild im Weinberg
Elster
Wildschwein gross

Kleine Tiere. Große Tiere. Bakterien, Pilze. Nutzpflanzen, Wildkräuter, Büsche, Bäume. Mineralien, organische Elemente…

Die Natur ist so allumfassend vielfältig, dass wir Menschen sie im Gros immer noch erforschen müssen, um ansatzweise zu verstehen, wie sie funktioniert. Meist definiert der Mensch die Natur nach dem Nutzen, den sie bringt: Dieses Kraut ist ein “Unkraut”, jenes Kraut kann kultiviert werden. Dieser Baum stört die Sicht, jener Baum ist schön anzusehen. Diese Tiere sind “Schädlinge” und müssen bekämpft werden, jene können genutzt werden.

Schnell ist der Mensch dabei, radikal zu bekämpfen, was ihm nicht passt. So ist es auch in der “konventionellen” Landwirtschaft ein gängiges Anwendungsprinzip, störende Arten auslöschen zu wollen. Schnell vergisst der Mensch dabei, welche fatalen Auswirkungen ein solcher Eingriff in das hochspezialisierte Gefüge der Natur haben kann.

Eine überzeugte biologische Landwirtschaft versucht daher, die Natur als Ganzes, als lebendigen Organismus zu betrachten, in dem jede Art ihren Platz und ihre Aufgabe hat. Wir versuchen daher, den gesamten Naturraum zu pflegen, durch Beobachtung zu verstehen, wie unsere Natur funktioniert, und die Gesundheit der Natur als Ganzes zu unterstützen. Selbstverständlich mit natürlichen Mitteln.

Wir und unsere heimischen Wildtiere empfehlen:

Für unsere Wildtiere

Nicht nur Bienen, Regenwürmer, Hummeln und Schmetterlinge haben es in der “konventionellen” Agarlandschaft schwer. Insbesondere unsere heimischen Wildtiere werden unermüdlich verfolgt und gejagt: Umgerechnet stirbt in Deutschland alle 6 Sekunden ein Wildtier durch Jägerhand. Hinzukommen jährlich rund 400.000 Hauskatzen und 65.000 Hunde, die als “wildernde Konkurrenz” von Jägern geschossen werden dürfen.

Für die meisten Winzer, Land- und Forstwirte sind Wildschweine, Rehe, Füchse, Krähen, Elstern & Co. unerwünschte Besucher auf den Feldern, in den Weinbergen und Wäldern und müssen in ihren Augen als Schädlinge bekämpft werden – sehr zur Freude von Jägern, die darin eine Rechtfertigung für ihr blutiges Hobby finden.

Wie die Wissenschaft immer häufiger bestätigt, müssen und können Wildtierbestände durch eine Bejagung nicht erfolgreich reguliert werden. Die Natur kann selbst viel mehr regulieren, als wir ihr zutrauen – wenn wir sie denn einfach mal lassen. Die Jagd schädigt der Natur mehr als sie angeblich nützt. Was das Ganze noch schlimmer macht: Die meisten Jäger jagen nur aus Spaß am Töten, weil sie Befriedigung darin finden, weil sie mit Trophäen angeben wollen.

Das ist mit unserem Verständnis vom Umgang mit der Natur nicht vereinbar.

Wenn eine Wildschweinrotte auf unserem Feld eine Rast einlegt und dabei mehr als ein paar Getreidehalme umdrückt, ist das aus landwirtschaftlicher Nutzensicht natürlich ein Verlust. Doch dürfen wir nie vergessen, dass wir uns den Naturraum dort draußen mit den Tieren teilen dürfen. Daher haben sie auch das Recht sich frei zu bewegen, hier und da mitzuessen – und sollten nicht für ihr ur-natürliches Verhalten schonungslos bejagt werden.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass auf unseren Flächen nicht gejagt wird, auch wenn dies in Deutschland noch die gesetzliche Regel ist und man als Grundstücksbesitzer im Außenbereich (Felder, Wiesen, Wald, landwirtschaftliche Flächen) grundsätzlich gezwungen wird, die Jagd auf dem einen Grund und Boden zu dulden.

Wir freuen uns sehr darüber, dass ein Großteil unserer Grundstücke nach jahrelangen Bemühungen seit Februar 2016 jagdlich befriedet ist. D.h.: Hier finden die Tiere offiziell Ruhe vor der ununterbrochenen Verfolgung durch die Jagd.

Lesen Sie mehr in unserem Beitrag “Jagdfreie Weinberge“.